Allianz Gleichwürdig Katholisch lanciert Unterschriftenaktion
Die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) reagiert mit einer Unterschriftenaktion auf die kürzlich veröffentlichte Standortbestimmung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zur Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgerinnen und Seelsorgern.
Die AGK zeigt sich enttäuscht, da die Bischöfe aus ihrer Sicht keine ausreichenden Schritte unternommen haben, um ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld in der katholischen Kirche der Schweiz zu schaffen. Im Zentrum der Kritik steht die weiterhin mögliche Beurteilung des privaten Beziehungs- und Intimlebens von Seelsorgenden durch kirchliche Behörden.
Aussagen, wonach schwule, lesbische, geschieden wiederverheiratete oder im Konkubinat lebende Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht evangeliumsgemäss lebten, verletzten die Würde der Betroffenen, so die AGK. Jeder Mensch sei Ebenbild Gottes und besitze die gleiche unantastbare Würde – unabhängig von Lebensform oder sexueller Orientierung.
Unter dem Motto «Privat ist Privat» ruft die Allianz zur Unterstützung ihrer Position auf. Die Unterschriftenaktion soll bis Mitte Februar 2026 laufen und den Schweizer Bischöfen sowie der Öffentlichkeit den Wunsch nach Veränderung deutlich machen. Als Beispiel verweist die AGK auf Deutschland, wo mit der Reform der kirchlichen Grundordnung das Privatleben nicht mehr als arbeitsrechtliches Kriterium gilt. Zugleich fordert die Allianz einen offenen synodalen Dialog.
Grundsatzfragen zur Verbindung von Lebensform und kirchlicher Beauftragung müssten gemeinsam diskutiert werden – unter Einbezug von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, staatskirchlichen Gremien, Pfarreiangehörigen und weiteren Engagierten. In einer synodalen Kirche, so die AGK, würden solche Entscheidungen nicht hinter verschlossenen Türen getroffen.
Kommentare
28.01.2026, 22:38
29.01.2026, 17:15
05.03.2026, 22:13
05.03.2026, 22:14
06.03.2026, 8:10
Die Forderung, das Privatleben vollständig von der kirchlichen Beurteilung zu trennen, greift deshalb zu kurz. Seelsorgerinnen und Seelsorger sind Vorbilder für Gläubige, und ihre Lebensführung steht in einem Zusammenhang mit ihrem kirchlichen Auftrag. Die Kirche hat daher das Recht und auch die Pflicht, an den Grundsätzen ihres Glaubens festzuhalten.
Respekt und Würde jedes Menschen sind zentrale christliche Werte. Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass alle Lebensformen automatisch mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen müssen. Eine Veränderung kirchlicher Maßstäbe allein unter gesellschaftlichem Druck würde dem Auftrag der Kirche nicht gerecht werden. Wichtig ist daher ein Dialog – aber ein Dialog, der die Grundlagen des christlichen Glaubens ernst nimmt und nicht relativiert.