«dual kongruent» ist ein Meilenstein in der Zusammenarbeit
Mit dem Projekt «dual kongruent» setzen das Bistum Basel und die Katholische Landeskirche Thurgau einen bedeutenden Schritt in die Zukunft.
Die katholische Kirche in der Schweiz ist durch eine doppelte Struktur geprägt. Einerseits das Bistum mit pastoralen Verantwortlichkeiten, andererseits die Gremien der Landeskirche und Kirchgemeinden mit ihren administrativen und finanziellen Zuständigkeiten. Dieses Nebeneinander hat sich bewährt, bringt aber auch Herausforderungen bei Entscheidungswegen mit sich.
Hier setzt « dual kongruent » an : Das Projekt zielt darauf ab, pastorale Räume und staatskirchenrechtliche Strukturen kongruent zu gestalten. Dadurch soll die Zusammenarbeit auf allen Ebenen gestärkt werden. Das Ergebnis ist eine handlungsfähige, zukunftsorientierte Kirche, die nah bei den Menschen bleibt und Ressourcen effizient nutzt.
Von Beginn an wird dieser Veränderungsprozess unter Einbezug vieler engagierter Personen vor Ort entwickelt. Mitarbeitende, Freiwillige sowie Mitglieder von Pfarreiräten und Kirchgemeinderäten bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven ein. Dieser breite Beteiligungsprozess stellt sicher, dass die Bedürfnisse der Menschen vor Ort berücksichtigt werden.
Start in Thurgau Mitte und Thurgau Nordwest
Das Pilotprojekt Katholische Kirche Hinterthurgau hat eine Vorreiterrolle übernommen. Nach der theoretischen Erarbeitung ist das Pilotprojekt in die erste Umsetzungsphase gestartet und sammelt nun konkrete Erfahrungen mit der neuen Struktur und Arbeitsweise.
Die Region Thurgau Mitte (Kirchgemeinden : Berg, Bischofszell, Sulgen, Weinfelden) begann Ende letzten Jahres mit der Projektphase. Die Arbeitsgruppe « Kirchliches Leben », in der neben Mitarbeitenden der Landeskirche und des Bistums auch die genannten lokalen Akteurinnen und Akteure aktiv mitwirken, beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie sich die Pastoral der Zukunft gestalten lässt – gestützt auf das bischöfliche Dokument « PEP to go ».
Eine weitere Region, der Raum Thurgau Nordwest, zu dem die Kirchgemeinden Homburg, Müllheim, Rodenberg-Rhy, Pfyn und Steckborn und Untersee-Rhein gehören, legte mit einer Informations-Veranstaltung im März den Grundstein für den Projektstart.
Netzwerke und Netzwerker*innen
Ein zentrales Ziel von « dual kongruent » ist, die Verankerung der Kirche vor Ort zu stärken. Kirchgemeinden und Pfarreien sollen sich zu Netzwerken zusammenschliessen und Synergien gemeinsam nutzen.
Neben den hauptamtlichen Mitarbeitenden sind dafür freiwillig engagierte Menschen unverzichtbar. Zudem übernehmen angestellte Netzwerker*innen eine Schlüsselrolle. Sie sind erste Ansprechpersonen für kirchliche Anliegen, fungieren als Bindeglied zwischen Gläubigen, Seelsorgenden, Freiwilligen und Gruppen und tragen aktiv zur Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort bei. Interessierte Personen werden durch gezielte Aus- und Weiterbildungen vorbereitet und erfahren Unterstützung durch die hauptamtlichen Seelsorgenden, welche die Gesamtverantwortung in den Netzwerken übernehmen.
Chancen für die Seelsorge vor Ort
Für die Pfarreien bedeutet « dual kongruent » vor allem Klarheit und Verlässlichkeit. Das zentrale Anliegen bleibt unverändert, Kirche soll lebendig sein, den Glauben verkünden und für die Menschen da sein. Die strukturellen Anpassungen dienen nicht einem Selbstzweck, sondern unterstützen die Seelsorge vor Ort.
Mit dem Start in Thurgau Mitte und Thurgau Nordwest sind weitere wichtige Meilensteine erreicht. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Erfahrungen gesammelt werden und wie das Projekt weiterentwickelt werden kann. Eines ist klar : « dual kongruent » ist ein gemeinsamer Weg, getragen von der Bereitschaft zur Zusammenarbeit und vom Engagement vieler Menschen – die sich zusammen mit dem Bistum und der Landeskirche – vor Ort für das kirchliche Leben einsetzen und gemeinsam an der Zukunft der Kirche im Thurgau arbeiten.
Michaela Berger-Bühler, 26.03.2026
« dual kongruent » im Kanton Thurgau.
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