Ein Netzwerk für Frauen

Am 23. September feiert der Katholische Frauenbund Schaffhausen (KFS) sein 100-jähriges Bestehen. 

Am 13. Mai 1923, am Katholikentag, wurde in Schaffhausen der Katholische Frauenbund Schaffhausen (KFS) als kantonale Dachorganisation der katholischen Frauenvereine gegründet. «Auch wenn sich das Frauenbild seitdem geändert hat, geht es im Grunde noch immer um dasselbe: Frauen miteinander zu vernetzen, damit sie sich im Austausch und in der Gemeinschaft unterstützen. Ihnen durch den Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) Instrumente in die Hand zu geben, mit denen sie gefördert werden und sich persönlich weiterentwickeln. Denn schon vor 100 Jahren merkten die Frauen, dass es mit dem Aufziehen der Kinder nicht getan ist», bringt es Christiane Tomasik auf den Punkt. Sie ist seit drei Jahren Mitglied des Vorstandteams des KFS.

Veranstaltungen mit Übernachtung
«In den 1990er-Jahren muss eine Hochblüte gewesen sein, denn es gab Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmerinnen, die von überallher aus der Schweiz angereist kamen und in Schaffhausen übernachteten», erzählt Tomasik. Erhalten hat sie diese Informationen im Gespräch mit Alice Mégel, die ab 1991 Präsidentin gewesen war. Mégel ist über 90 Jahre alt, erinnert sich aber bestens an diese Zeit. Zu Beginn gab es mehr Ortsgemeinschaften und Gruppierungen als heute. Auch die Namen der Gruppierungen wechselten mehrere Male. Es gab sogar einen Arbeiterinnen- und Dienstbotenverein, der 1902 gegründet wurde und sich 1975 auflöste. 

Politisch sichtbar
Von Alice Mégel weiss Christiane Tomasik, dass es dem KFS auch darum ging, auf politischer Ebene wahrgenommen zu werden. Bereits zu jener Zeit standen die Frauen im Spannungsfeld von Familie, Beruf und Ehrenamtlichkeit. Auf die Frage nach der Zukunft sagt sie: «Ich bewundere die achtzigjährigen Frauen, die zusammen aufgewachsen sind in einem Dorf und sich seit 50, 60 Jahren regelmässig zum geselligen Austausch treffen und vielfältige Anlässe organisieren.» Solche Traditionen möchte sie beibehalten. Allerdings kämpft auch der KFS mit Mitgliederschwund und Nachwuchsproblemen. Deshalb sieht Tomasik Neuerungen vor. «Vielleicht lassen sich jüngere Frauen auch einbinden, wenn sie nur projektbezogen mitmachen können. Gezielt Neuzuzügerinnen zu kontaktieren, könnte eine Möglichkeit sein, um Frauen für den KFS zu begeistern», spinnt Christiane Tomasik ihre Gedanken weiter. 

Alle Frauen erwünscht
Sie betont, dass die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche nicht zwingend ist für eine Mitgliedschaft beim KFS. Jede Frau, die sich angesprochen fühlt, darf mitmachen. «Auch Spiritualität kann Frauen verbinden», sagt sie. Auf der neu gestalteten Website gibt es jeden Monat einen neuen spirituellen Impuls, der vom SKF eingespeist wird. Zum Jubiläum am 23. September findet um 17.30 Uhr in der Kirche St. Maria in Schaffhausen ein Gottesdienst statt. Anschliessend wird im Promenadenpark eine Parkbank mit einer Gedenkplakette gesegnet. Und danach wird im Antoniussaal mit einem feinen Buffet und Musik fröhlich gefeiert. 

Béatrice Eigenmann, forumKirche, 12.09.2023
 

Christiane Tomasik, Mitglied des Vorstandteams des KFS
Quelle: Béatrice Eigenmann
Christiane Tomasik, Mitglied des Vorstandteams des KFS

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