Ein Fall für die Rehaklinik St. Katharinental in Diessenhofen
St. Katharinental ist seit fast 800 Jahren ein Ort, an dem Menschen Heilung, Trost und neue Kraft suchen. Was einst mit einem von Frauen getragenen Spital begann, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Dominikanerinnenklöster der Schweiz. Eine bewegende Geschichte aus der Gegenwart zeigt, dass der Geist dieses Ortes bis heute weiterlebt.
Die Ursprünge von St. Katharinental reichen ins 13. Jahrhundert zurück. Noch bevor hier ein Kloster entstand, kümmerten sich Beginen – eine religiöse Frauenbewegung – gemeinsam mit dem Diessenhofer Priester und Spitalpfleger Hug um Kranke und Bedürftige. Aus diesem von Frauen getragenen Spital entwickelte sich 1242 das Dominikanerinnenkloster St. Katharinental. Damit war der Ort von Anfang an eng mit Fürsorge, Heilung und gelebter Nächstenliebe verbunden.
Ort zum Auftanken
Über Jahrhunderte wurde das Kloster zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum. Bis heute strahlen die barocke Anlage, die alten Mauern und die einzigartige Lage direkt am Rhein eine besondere Ruhe aus. Das fliessende Wasser, die Natur und die Geschichte des Ortes laden zum Innehalten ein. Viele Menschen sprechen deshalb von einem Kraftort. Dieser besonderen Ausstrahlung widmet sich auch das Buch « St. Katharinental – Kraftort am Rhein », das Geschichte und spirituelle Bedeutung des ehemaligen Klosters eindrücklich beschreibt.
Manche Orte berühren Menschen auf besondere Weise. St. Katharinental bei Diessenhofen ist ein solcher Ort. Zwischen den historischen Klostermauern und dem ruhig fliessenden Rhein verbinden sich Geschichte, Spiritualität und Menschlichkeit zu einer Atmosphäre, die viele als Kraftquelle erleben.
Als hoffnungsloser Fall abgestempelt
Für Petra Widmann ist dies keine abstrakte Vorstellung. Sie verbindet es mit der Geschichte ihres Vaters, Hermann Kappeler aus Morschach. Nach einem Unfall im Dezember 2025 erlitt der damals 90-Jährige einen zweifachen Beckenbruch. Er wurde nicht operiert und galt nach dem Aufenthalt im Kantonsspital Schwyz als hoffnungsloser Fall. Er war vollständig bettlägerig und in sehr schlechtem Zustand. Die zuständigen Ärzte wollten ihn deshalb direkt in ein Pflegeheim überweisen. Von einer Aufnahme in eine Rehabilitationsklinik wurde strikt abgeraten.
Die drei Kinder von Hermann Kappeler suchten trotzdem nach einem Platz in einer Rehaklinik. In der Region gab es jedoch keine freien Betten. Doch St. Katharinental hatte noch genau ein Bett frei und gab ihm trotz der ablehnenden Einschätzung des Spitalarztes eine Chance. « Sie sagten uns, dass sie bereits vielen solchen Patienten erfolgreich helfen konnten », erinnert sich Petra Widmann.
Mit Durchhaltewillen zur Genesung
Was folgte, übertraf die Erwartungen der Familie. « Es war einfach perfekt », sagt Petra Widmann. Innerhalb von nur fünf Wochen konnte ihr Vater wieder selbstständig gehen. Möglich wurde dies jedoch nicht allein durch den besonderen Ort. Hermann Kappeler arbeitete trotz Schmerzen aussergewöhnlich zielorientiert und mit grossem Durchhaltewillen an seiner Genesung. Gleichzeitig begleiteten und unterstützten ihn seine Angehörigen während der gesamten Rehabilitation eng und ermutigten ihn auf jedem Schritt.
Ebenso entscheidend war die Haltung des Behandlungsteams. « Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie das Pflegepersonal begegneten meinem Vater mit grossem Engagement », bezeugt Petra Widmann und fügt hinzu : « Sie nahmen auch Anregungen der Familie ernst und arbeiteten partnerschaftlich mit uns zusammen. » Nach der erfolgreichen Rehabilitation folgte eine weitere Phase im Pflegeheim in Schleitheim, wo sich sein Gesundheitszustand weiter stabilisierte. Heute kann er wieder ganz ohne Hilfe und ohne Rollator gehen.
Wenn alle Faktoren zusammenspielen
Ob man eine solche Entwicklung als Wunder bezeichnet oder als aussergewöhnliche Rehabilitation, bleibt jedem selbst überlassen. Sicher ist : Wo fachliche Kompetenz, Menschlichkeit, familiärer Rückhalt, persönlicher Wille und eine aufbauende Umgebung, die seit Jahrhunderten Hoffnung ausstrahlt, zusammentreffen, können Dinge gelingen, die zunächst kaum jemand für möglich hält. Vielleicht ist genau das die eigentliche Kraft von St. Katharinental.
Text und Übersetzung: Monika Freund-Schoch, 13.07.2026
Gdzie nadzieja znów uczy się chodzić
Rozmowa o klinice rehabilitacyjnej St. Katharinental w Diessenhofen
St. Katharinental od niemal 800 lat jest miejscem, w którym ludzie szukają uzdrowienia i ukojenia. Z prowadzonego przez kobiety szpitala wyrósł tu w XIII wieku jeden z najważniejszych klasztorów dominikanek w Szwajcarii. Jak pokazuje przykład naszej rozmówczyni, do dziś te zabytkowe budynki i malownicze położenie nad Renem tworzą atmosferę, którą wielu odczuwa jako źródło siły.
90-letni ojciec Petry Widmann, Hermann Kappeler z Morschach, doznał w grudniu 2025 roku podwójnego złamania miednicy. Nie został operowany. Był przykuty do łóżka i w bardzo złym stanie. Po pobycie w szpitalu w Schwyz lekarze uznali go za przypadek beznadziejny i zalecali dom opieki. Rehabilitację odradzano.
Dzieci pana Kappelera mimo to szukały bezowocnie miejsca w klinikach. Wreszcie znalazło się jedno w St. Katharinental i dano mu tam szansę. „Powiedziano nam, że pomogli już wielu takim pacjentom”, wspomina pani Widmann. To, co nastąpiło potem, przerosło ich oczekiwania. Po pięciu tygodniach jej ojciec znów chodził. Nie stało się tak wyłącznie dzięki niesamowitej mocy tego miejsca – pan Kappeler mimo bólu wykazywał się dyscypliną i wolą walki. Bliscy wspierali go każdego dnia, a zespół medyczny działał z wielkim zaangażowaniem i traktował rodzinę jak partnerów w tym procesie.
Po rehabilitacji jego stan dalej stabilizował się w domu opieki w Schleitheim. Dziś chodzi samodzielnie i bez balkonika. Czy nazwać to cudem, czy wyjątkową rehabilitacją, każdy może ocenić sam. Pewne jest jedno : tam, gdzie spotykają się fachowość, człowieczeństwo, wsparcie rodziny, własna silna wola i miejsce od wieków niosące nadzieję, możliwe staje się to, co wcześniej wydawało się nierealne.
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