Bischöfe erhalten Post der Allianz Gleichwürdig Katholisch
Die Unterschriftenaktion « Privat ist Privat » der Allianz Gleichwürdig Katholisch zur Beauftragung und Lebensführung von Seelsorgerinnen und Seelsorgern wurde von 1'019 Menschen unterschrieben. Die Unterschriften wurden den Schweizer Bischöfen übergeben – eine persönliche Übergabe wurde nicht möglich gemacht.
Die Aktion « Privat ist Privat » der Allianz Gleichwürdig Katholisch AGK zur Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgerinnen und Seelsorgern hat ihr Ziel erreicht. 1'019 Menschen sind, wie die AGK, enttäuscht über die Standortbestimmung zur Beauftragung und Lebensführung von Seelsorgenden der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Die SBK hat es versäumt, nötige Veränderungen auszuarbeiten oder vorzuschlagen, um die römisch-katholische Kirche in der Schweiz zu einem diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld zu machen. Über 1'000 Menschen erachten es als wichtig, den Dialog zu « Privat ist Privat » mit der Standortbestimmung nicht zu beenden, sondern zu beginnen.
Gestützt von den Unterschriften, lädt die AGK eine Delegation der SBK zu einem synodalen Gespräch zu « Privat ist Privat » mit allen Interessierten ein. Dafür wurden zwei Terminvorschläge unterbreitet.
Übergabe per Post
Eine persönliche Übergabe der Unterschriften wurde von der SBK nicht möglich gemacht. Die Unterschriften sollten per Post eingereicht werden. Das hat die AGK gemacht und die Übergabe (an die Post) mit einer Aktion verbunden, die gefilmt wurde.
Anhaltendes Engagement
Das Sammelziel der Unterschriftenaktion war 1'000 Unterschriften. Die AGK freut sich, dass diese Zahl übertroffen wurde, obwohl es sich um ein komplexes Thema handelt und der Glaube an Veränderungen in Richtung einer gleichwürdigen Kirche bei vielen Menschen immer kleiner wird.
Die AGK sieht die hohe Zahl der Unterschreibenden als ein Zeichen, dass – trotz allem – immer noch viele Menschen eine gleichwürdige und glaubwürdige katholische Kirche einfordern und sich für eine Veränderung einsetzen.
AGK / Red., 13.04.2026
Offizieller Text der Unterschriftenaktion
Die Würde ist für alle gleich
Alle Menschen sind Ebenbilder Gottes. Darum besitzt jeder Mensch die gleiche unantastbare Würde. Niemand hat das Recht, diese Würde anderen abzusprechen. Aussagen, wonach schwule, lesbische, geschieden wiederverheiratete oder im Konkubinat lebende Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht evangeliumsgemäss leben, verletzen die Würde der Betroffenen sowie aller Menschen in Lebenssituationen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen.
Unbedingt synodal
Die grundsätzliche Entscheidung zur Verbindung von Lebensform und kirchlicher Beauftragung muss in einem synodalen Prozess getroffen werden. Die Schweizer Bischöfe haben ihren Standort formuliert, was zu respektieren ist. Um dem Anspruch echter Synodalität und einem offenen Dialog zu genügen, müssen jedoch Vertreter staatskirchlicher Gremien, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Pfarreiangehörige und alle, die Teil einer synodalen Kirche sein wollen, mitreden. Denn in einer wirklich synodalen Kirche werden solche Fragen nicht von Bischöfen hinter verschlossenen Türen entschieden.
Privat ist Privat
Die Frage, ob das private Beziehungs- oder Intimleben dem Evangelium entspricht, darf nicht durch Bischöfe, kirchliche Vorgesetzte oder Anstellungsbehörden beurteilt werden. Die deutsche Bischofskonferenz hat diese Praxis mit der Reform der Grundordnung umgesetzt. Es gibt keinen Grund, dies in der Schweiz nicht ebenfalls zu tun. So kann verhindert werden, dass Einzelne willkürlich behandelt werden.
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