Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 18

Einst besinnlich, heute sozial engagiert

50 Jahre Bettagsaktion Schaffhausen

Seit 50 Jahren unterstützt die Bettagsaktion Schaffhausen soziale Projekte im In- und Ausland mit Spendengeldern. Den höchsten Betrag erreichte die Aktion 1974 mit rund 150'000 Franken für das Wohnheim «Ungarbühl». Seit einigen Jahren gehen die Spenden deutlich zurück.

Hilfe zur Selbsthilfe. Das ist das Konzept der Bettagsaktion Schaffhausen, die seit 1968 besteht. Damals hatte jeder Pfarrer die Aufgabe, einige besinnliche Worte zu verfassen, die man als «Bettagsbüchlein» in den Kirchgemeinden verteilte. Der ehemalige Pfarrer der Schaffhauser Zwinglikirche Willi Helg publizierte jedoch statt einer Andacht ein ABC der Entwicklungshilfe, das Kantonsschüler formuliert hatten. Die drei Landeskirchen nahmen den Anstoss, den Bettag mit der Entwicklungshilfe zu verbinden, positiv auf und riefen die Bettagsaktion als gemeinsame Initiative ins Leben.

Spendenaufruf und Kollekten

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag existiert seit 1832 und fällt jeweils auf den 3. Sonntag im September. Obwohl kirchlich begangen, ist er ein staatlicher Feiertag. «Die starke Trennung zwischen Kirche und Staat ist symptomatisch für unsere Zeit», sagt Marcelina Züricher, Präsidentin der Bettagsaktion Schaffhausen. «Die christlichen Grundwerte wie Menschenrechte und Humanismus kommen jedoch auch in der Politik zum Tragen. Die Bettagsaktion drückt für mich aus, dass Weltliches und Spirituelles zusammengehören.»

Hinter der Bettagsaktion Schaffhausen steht eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus den drei Landeskirchen: der evanglisch-refomierten, der römisch-katholischen sowie der christkatholischen Kirche. Das Team ist zuständig für das Fundraising. Der jährliche Sammelbetrag besteht ausschliesslich aus Spendengeldern. Der Spendenaufruf gelangt über die kirchlichen Medien als Flyer in die Haushalte der Kirchenmitglieder. Zudem sammeln die Kirchgemeinden für die Bettagsaktion über die Kollekten.

Ferienhort Schaffhausen

Den höchsten Betrag erreichte die Sammelaktion 1974 mit 150'000 Franken für das Wohnheim «Ungarbühl» in Schaffhausen. Den niedrigsten Betrag verzeichnete das Team 2012 mit 51'000 Franken für die Schaffhauser Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht. Seither bewegen sich die jährlichen Spendengelder zwischen 60'000 und 80'000 Franken. «Die Spenden sind rückläufig», bestätigt die Präsidentin und fügt an: «Der Spendenmarkt ist riesig, von der Migros bis zur Glückskette sammeln alle Geld für gute Zwecke. Das schlägt sich in den Ergebnissen nieder.»

Trotzdem setzt das Fundraising-Team jährliche Spendenziele. Im Jubiläumsjahr sollen 75'000 Franken zusammenkommen. Für zwei Schaffhauser Projekte: Den Ferienhort Schaffhausen, ein durch Spenden finanziertes Projekt der Schaffhauser Sonderschulen, insieme Schaffhausen, Pro Infirmis und der Kinder- und Jugendbetreuung der Stadt Schaffhausen. Der Leitspruch des Ferienhorts Schaffhausen lautet «Teilhabe für alle Kinder». Er ermöglicht es Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, gemeinsam zu spielen und an den Freizeitangeboten teilzunehmen.

«Der Austausch zwischen den Kindern ist für alle Beteiligten ein grosser Gewinn und ein soziales Lernfeld», sagt Regula Battistino, Präsidentin von insieme Schaffhausen und Mitinitiantin des Ferienhorts.

Digitaler Stadtplan

Das zweite Projekt ist der «Digitale Stadtplan». Der digitale Stadtplan von Schaffhausen informiert darüber, ob ein Gebäude oder eine Anlage rollstuhlgängig ist oder nicht. «Ziel ist es, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung selbstständiger am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können», sagt Projektleiter Markus Böhni. Teams, in denen auch Betroffene mitwirken, erheben zu diesem Zweck an Ort und Stelle die wesentlichen Daten. «Aufgrund dieser Daten weisen wir dem Gebäude das entsprechende Piktogramm zu, das über die Zugänglichkeit informiert», führt Böhni aus. Das sei nicht nur für Menschen im Rollstuhl hilfreich, sondern auch für ältere Personen am Rollator oder für Leute mit Kinderwagen.

Die beiden aktuellen Projekte entsprechen den Auswahlkriterien der Bettagsaktion Schaffhausen. «Projekte, die wir unterstützen, sollten einen Bezug zu Schaffhausen und zur Kirche haben. Sie müssen ein klares, nachvollziehbares Konzept aufweisen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten», sagt Marcelina Zürcher.

Adriana Schneider/Red.

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Feierlichkeiten zum Jubiläum «50 Jahre Bettagsaktion» am 22. September, ab 10.00 Uhr im St. Johann.

Nähere Infos www.bettagsaktion.ch

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Die Arbeitsgruppe «Bettagsaktion» (v. l.): Markus Broder, Alois Carnier, Suzanne Koradi, Daniel Frei, Eric De Pizzol, Barbara Häggi, Marcelina Zürcher, Claudia Trutmann.

Bild: zVg
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