Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 14

Editorial

Eine Freundin von mir weilt gerade für zwei Monate auf einer abgelegenen Alp im Berner Oberland, um einer Bergbauernfamilie tatkräftig unter die Arme zu greifen. Als sie von ihrem Vorhaben erzählte – ein Projekt der Caritas – fingen ihre Augen an zu leuchten. Der Hauch von Abenteuer umwehte sie und hüllte auch mich einen Moment lang ein. Den Sommer einmal anders verbringen, statt sich im Liegestuhl am Meer auszuruhen oder wild fotografierend durch schwüle Städte zu hetzen. Etwas Lohnenswertes und Dankbares machen, statt nur an sich selbst und die eigene Erholung zu denken.

Immer mehr Menschen in der Schweiz verbringen auf diese Art und Weise ihre wohlverdienten Ferien. Junge und ältere freiwillige Helferinnen und Helfer, die für ein paar Wochen den Alltag hinter sich lassen wollen und dabei eine andere Welt kennenlernen. Sie treffen neue Menschen und machen wichtige Erfahrungen, die sie für ihr weiteres Leben prägen werden. Sie lernen sich selber und die eigenen Grenzen besser kennen. Sie schätzen ihre Umgebung und die Natur noch mehr, als sie es vielleicht zuvor schon taten. So eine Wirkung hat auch das Bergwaldprojekt auf seine engagierten Teilnehmer. Die private Initiative entstand 1987 im Kanton Graubünden unter dem Motto: «Alle reden vom Wald, wir gehen hin!» Die verschiedenen Schutzwaldaktionen in der ganzen Schweiz umfassen Arbeiten wie Wege- oder Zaunbau, Waldpflege, Biotop-Pflege, Pflanzungen, Schlagräumung oder Wildschutzmassnahmen.

Ein unterstützenswertes Vorhaben, das nicht nur unserem heimischen Wald zugute kommt. Es lässt auch den Hut ziehen vor soviel Herzblut-Engagement vieler naturverbundener Menschen in einem Verbund, der sich selbsttragend finanziert. Nach dem neutralen Besuch eines solchen Projektes im wunderschön gelegenen Calfeisental steht für mich fest: Ich würde mich sofort für einen Einsatz anmelden. Am liebsten im Oberwallis. Doch dort gibt es bisher kein Projekt. Noch nicht…

Sarah Stutte

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