Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 10

Mission: Mensch

Neue Wanderausstellung der JUSESO Thurgau

Im Mittelpunkt der dritten Wanderausstellung der JUSESO Thurgau steht der Mensch mit drei zentralen Aspekten. Bei der Erlebnis-Ausstellung sollen möglichst viele Sinne angesprochen werden. Nach dem Start in Weinfelden wird die Ausstellung Mission: Mensch 2018 in drei weiteren Thurgauer Kirchen präsentiert.

Durst und Hunger sind überlebenswichtige Bedürfnisse des Menschen. Es gibt aber auch Durst und Hunger, die nicht mit Wasser und Lebensmitteln zufrieden gestellt werden können. «Es geht um den Durst nach Leben mit allen seinen Facetten und um seelische Nahrung, welche den Hunger stillt», sagt Manuel Bilgeri, Mitarbeiter der JUSESO Thurgau. Dem Lebensdurst widmet sich die erste Station der Erlebnis-Ausstellung Mission: Mensch, die ab dem 26. Mai 2018 in der katholischen Kirche in Weinfelden besichtigt, entdeckt, ausprobiert und erlebt werden kann. Bei allen drei Stationen sind die Teilnehmenden eingeladen, sich selber aktiv einzubringen. Durst und Hunger können Menschen nach Anerkennung, Wertschätzung oder Freundschaft haben. Entsprechend werden die Besucherinnen und Besucher bei der ersten Station aufgefordert, sich spielerisch einen Teller mit seelischer Nahrung auf einem gedeckten Esstisch zusammenzustellen. Wer möchte, kann seinen Teller fotografisch mit dem Handy festhalten und das Bild an eine Nummer schicken. Auf einem Monitor werden diese Bilder anschliessend präsentiert.

Menschenwürde und Freiheit

Die zweite Station widmet sich dem Thema Menschenwürde und der Frage, ob man selber alle Menschen gleich wertvoll sieht. Hier bietet sich die Gelegenheit, seine eigenen zwei wichtigsten Werte mittels farbiger Kugeln zu definieren und diese in einen «Glasmenschen» zu geben. Bilder an einer Litfasssäule sollen ebenfalls auf den Wert der Menschen und auf sich selber aufmerksam machen. Aufgehängte Schutzkleider wie z. B. ein Bauhelm oder ein Schienbeinschoner verweisen im übertragenen Sinn auf den Schutz der Menschenrechte. Freiheit lautet das Thema der dritten Station. Wie fühlt es sich an, wenn man gefangen ist? Um dieses beklemmende Gefühl zu erleben, kann man seinen Kopf in verschiedene Kisten stecken. Nicht nur die Enge und Dunkelheit lassen eine Ahnung von Gefangenschaft aufkommen. Auch Themen wie Sucht, Abhängigkeit und Leistungsdruck hindern die Menschen, ihre Freiheit zu leben. Deshalb findet man zum Abschluss der Ausstellung Unterlagen über verschiedenste Hilfsangebote.

Sozial und christlich handeln

Der Hintergrund des Themas Mission: Mensch bildet das Weltgericht aus dem Matthäus-Evangelium, wo es um das Mitgefühl und das Verständnis für die Not anderer geht. «Wir wollen aufzeigen, dass unser Leben Einfluss auf das Leben der anderen hat», sagt Bilgeri. Jeder sei ein Teil der Gesellschaft und aufgefordert, sozial und christlich zu handeln. Wer mit Nächsten liebe handelt, dem gelingt es, ein eigenes gutes Leben zu führen. Deshalb ist den Ausstellungsmachern der diakonische Aspekt wichtig, um nah beim Menschen zu sein. Auch die mitmachenden Kirchgemeinden haben die Möglichkeit, ihr soziales und diakonisches Schaffen in die Ausstellung zu integrieren. Auf einer Pinnwand können sie auf ihre diakonischen Angebote aufmerksam machen.

Ausstellung für jung und alt

Rund eineinhalb Jahre hat laut Manuel Bilgeri die Vorbereitung für die Ausstellung gedauert. Eine grosse Herausforderung ist die technische Umsetzung des Themas auf die zahlreichen u. a. medialen Geräte, da die Ausstellung ohne Betreuung läuft. «Jede Kirche hat ihre eigene Infrastruktur, auf die wir bei der Planung Rücksicht nehmen müssen», so Bilgeri. Es muss ein Internet-Hotspot eingerichtet werden, damit die Besucherinnen und Besucher auf www.lebensdurst.ch abstimmen können. Einige Ausstellungsobjekte hat das JUSESO-Team selber gebaut, anderes – wie etwa die mobile Litfasssäule – musste gekauft werden. Als Zielpublikum sieht Bilgeri nicht nur Jugendliche ab der 5./6. Klasse. Es sei erstaunlich, wie auch Erwachsene sich dem Thema und den verschiedenen Aspekten jeweils annehmen, wie sich bei der letzten Ausstellung, der Bootschaft, gezeigt habe. Er ist überzeugt, dass auch die Mission: Mensch jung und alt zum Mitmachen, Nachdenken und zum Handeln anregen wird. Anderen Unterstützung und Hilfe, ein offenes Ohr und Mitgefühl zukommen zu lassen, gilt für alle Altersklassen.

Claudia Koch

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Ausstellungsdaten

• Weinfelden: 26. Mai bis 17. Juni
• Romanshorn: 19. Juni bis 10. Juli
• Steckborn: 21. August bis 10. September 
• Fischingen: 12. September bis 3. Oktober

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Manuel Bilgeri neben Porträts auf einer Litfasssäule, die auf den Wert eines jeden Menschen aufmerksam machen wollen.

Bild: Detlef Kissner
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