Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 18

Ein Consiglio Pastorale hilft den Missionaren

Über Engagement, Stimm- und Wahlmöglichkeiten

In der Kirche setzen sich neben den Seelsorgenden auch viele Laien mit ihren vielfältigen Begabungen in Verkündigung und Liturgie und sogar in der Diakonie ein. Umsomehr stellt sich «Kirche ohne Grenzen» die Frage, wie es mit den Christen aus anderen Ländern aussieht. Ein Interview mit dem Generalsekretär der katholischen Landeskirche Thurgau, Urs Brosi.

Fabiola López-Bocanegra: Herr Brosi, das Engagement in der Kirche ist wichtig, für jeden Christen und jede Christin: Was heisst das aber für durchschnittliche Gemeindemitglieder?

Urs Brosi: Priester und andere Seelsorgerinnen und Seelsorger tragen in der Kirche zwar eine besondere Verantwortung, das bedeutet aber nicht, dass nur sie aktiv sein sollen. Der Kirche würde viel fehlen, wenn nicht Menschen mit ihren vielfältigen Begabungen ihren Beitrag leisteten, damit die Kirche lebt und ein Obdach für die Seele unterschiedlichster Menschen werden kann. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) hat gelehrt, dass Laien mitwirken sollen: an der Weitergabe des Glaubens, an der Feier der göttlichen Geheimnisse und am Dienst an den bedürftigen Menschen und an der Kirche.

Was meint das Amt des Consiglio Pastorale, eines Mitglieds des Pastoralrats?

In den Missionen gibt es Pastoralräte, die den Missionar in seinen Aufgaben beraten und unterstützen. Sie legen Ideen für die seelsorgerliche Arbeit vor und diskutieren diese. Die Entscheidungskompetenz bleibt beim Missionar. Unterstützung bedeutet, dass einzelne Mitglieder des Consiglio Pastorale mithelfen, Anlässe vorzubereiten und durchzuführen. Ein Consiglio Pastorale hilft also, damit der Missionar seine Führungsverantwortung und die Seelsorgearbeit nicht ganz allein tragen muss.

Auch beruflich in der Kirche tätig

Neben der Mission gibt es für anderssprachige Katholiken in der Schweiz auch die Pfarrei: Welche Möglichkeiten gibt es dort?

In einer lebendigen Pfarrei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren: In der Freiwilligenarbeit, zum Beispiel bei Pfarreianlässen, einer Kleinkinderfeier, bei Jungwacht, Blauring oder den Pfadfindern, in der Seniorenarbeit oder beim Hausbesuchsdienst. Nicht zuletzt kann man natürlich auch beruflich in der Kirche tätig sein: als Katechetin, Jugendarbeiter, Pfarreisekretärin, Sakristan oder Hauswart.

Warum finden sich bei den Kirchgemeinden so wenig KatholikInnen mit Migrationshintergrund?

Ich sehe verschiedene Gründe: Zuerst ist das demokratische System der Kirchgemeinden analog zu jenem des Staats gestaltet, mit einer Gemeindeversammlung und einer Exekutive, der Kirchvorsteherschaft. Dieses System ist spezifisch schweizerisch und daher den Katholikinnen und Katholiken mit Migrationshintergrund oft wenig vertraut. Zudem erhalten ausländische Katholikinnen und Katholiken das Stimm- und Wahlrecht in ihrer Kirchgemeinde und in der katholischen Landeskirche Thurgau, sofern sie mindestens fünf Jahre in der Schweiz wohnen und – das ist wichtig – bei ihrer Kirchgemeinde eine Aufnahme ins Stimmregister beantragen (§ 5 KOG). Die wenigsten wissen das. Ich möchte, dass wir das Gesetz ändern, so dass die ausländischen Katholikinnen und Katholiken das Stimm- und Wahlrecht auch ohne Antrag nach fünf Jahren automatisch erhalten.

Was bedeutet es, sich in der Kirchgemeinde oder in der Synode zu engagieren?

Die Kirchenvorsteherschaften, die Synode und der Kirchenrat sind dazu da, über die Verwendung der Kirchensteuergelder zu entscheiden. Ein Engagement bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für Finanzen, für den Unterhalt von Kirche, Pfarrhaus und Pfarreizentrum und für die Anstellung von kirchlichem Personal.

Wie kommt man überhaupt in ein solches Gremium?

Für ausländische Katholikinnen und Katholiken ist der erste Schritt, bei ihrer Kirchgemeinde das Stimm- und Wahlrecht zu beantragen. Sodann sollen sie an Kirchgemeindeversammlungen teilnehmen, die meistens zweimal pro Jahr stattfinden (Ausschreibung im forumKirche beachten), und die Abläufe kennen lernen. Im Jahr 2010 stehen wieder Gesamterneuerungswahlen für die Kirchenvorsteherschaften an; dabei können Interessierte sich melden oder eine andere Person zur Wahl vorschlagen. Die Wahl findet an einer Kirchgemeindeversammlung oder an der Urne statt und gilt für vier Jahre.

Text und Übersetzung: Fabiola Santi-López Bocanegra

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Trabajo laico en la Iglesia

El compromiso con la Iglesia es importante para cada cristiano y cristiana,pero también tiene otro significado para los feligreses promedio ya que aunque sacerdotes y pastores tienen en la iglesia una responsabilidad especial, no significa que sólo ellos deben ser activos y los inexpertos (en el sentido de que no son pastores o sacerdotes) deben ser pasivos. La Iglesia se perdería de mucho si no hubiera gente que con sus diferentes talentos contribuyen en ella, pues así la Iglesia vive y se puede convertir en un refugio para las almas de diferentes personas. El Segundo Concilio Vaticano(1962-1965) demostró que los inexpertos también ayudan en tres tareas importantes de la Iglesia: en la transmisión de la Fe (Proclamación), en la celebración de los secretos divinos (Liturgia) y en el servicio a los necesitados y a la Iglesia (Diaconía). La Iglesia Cantonal, el Concilio, la Parroquia están ahí para decidir el uso del dinero de los impuestos eclesiásticos y con ello contribuir al desarrollo de la vida eclesiástica. Un compromiso significa, tomar resposabilidad por las finanzas, por el mantenimiento de la Iglesia, de la casa parroquial y del Centro parroquial y por la contratación del personal de la Iglesia. Para entrar en este gremio, los católicos y católicas extranjeros que así lo deseen, el primer paso es solicitar el derecho al voto en la Iglesia o parroquia local.Luego, tomar parte en las reuniones parroquiales que se llevan a cabo con regularidad dos veces al año(prestar atención a las convocatorias publicadas en forumKirche) y conocer su desarrollo. La votación tiene lugar en las reuniones parroquiales o en las urnas. El voto es válido por cuatro años. Para el futuro de la Iglesia en Thurgau me gustaría que las personas se comprometieran voluntariamente con sentido de responsabilidad y con inciativa en nuestras Parroquias, Misiones y nuestras comunidades espirituales, para que así la Iglesia siga viva también en formas diferentes.

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Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Portugiesisch: Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

Tamilisch: Schwarz bin ich, doch schön...

Italienisch: Eine Patenschaft für Kinder in Äthiopien

Albanisch/Spanisch: Eine bewusste Antwort

Kroatisch: Vier Tage zwischen Assisi, Collavakenza und La Verna

Malayalam: «Kulturelle Elemente aus Indien...»

Französisch: «Mauritius, Antonius und Monika waren Afrikaner»

Albanisch: «Zeichen für Integration und christliche Gemeinschaft»

Portugiesisch: «Rosenkränze für eine bessere Welt»

Italienisch: «Seelsorge als echte Sorge um die Seele»

Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

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Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

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In der Jugendarbeit sind immer wieder Menschen gefragt.

Bild: Benedikt Plesker, KNA-Bild
In den Pfarreien gibt es für die unterschiedlichsten Menschen Möglichkeiten, ihre Talente einzusetzen.

Bild: Harald Oppitz, KNA-Bild
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