Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 15

«Wir sind alle selbstbewusster geworden»

Jugendliche zwischen Abschied und Neuanfang

Für viele Jugendliche beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt. Was sie zurücklassen, was ihnen Halt gibt und worauf sie sich freuen: forumkirche hat bei vier jungen Menschen nachgefragt.

SILAS | 16
Was ich hinter mir lasse? Gute Kollegen und Lehrer. Ich ging sehr gerne in die Sek. Nach den Sommerferien beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Ich mache die Fachmittelschule in Frauenfeld. Etwas Sorge bereitet mir das frühere Aufstehen und der Weg mit dem Zug und Bus. Daran werde ich mich sicher gewöhnen müssen. Aber sonst geht es weiter wie bisher. Die Schule ist einfach grösser, und es wird strenger. Neu werden gewisse Fächer sein, wie Wirtschaft und Recht oder die Klassenstunde. Aber darauf freue ich mich sehr. Neu ist auch, dass ich am Mittag nicht mehr zu Hause essen kann. Auf jeden Fall bin ich froh, dass wir zu dritt an der neuen Schule anfangen und dass ich noch gute Kollegen habe, die in Frauenfeld ihre Lehre beginnen. Das gibt mir Halt. Zudem habe ich die Aufnahmeprüfung gut bestanden. Ich bin zuversichtlich, dass ich den Stoff gut schaffe und den Schulwechsel gut bewältige. Trotzdem habe ich Respekt vor der neuen Situation.

MANUEL | 19
Vier Jahre lang habe ich die Kanti in Schaffhausen besucht und nun mit der Matura abgeschlossen. Auf der einen Seite freue ich mich, dass ich nach all den Jahren in der Schule endlich einen Abschluss vorweisen kann. Auf der anderen Seite steht nun ein grosser Abschied an: Die Wege von mir und meinen Kollegen trennen sich nun. Wir werden uns nie mehr so regelmässig sehen wie bisher. Auch die Lehrerinnen und Lehrer werde ich vermissen. Im September möchte ich an der Universität in Zürich Jura studieren. Zu Infoveranstaltungen bin ich schon einmal dort gewesen. Ich bin gespannt, wie an der Uni alles funktioniert, wie ich die Klassenräume finden werde… Es ist eben alles neu, aber das geht ja allen so. In dieser Situation hilft mir die Gewissheit, dass vor allem meine Kollegen und meine Familie für mich da sind. Auch mein Glaube gibt mir wie in vielen anderen Situationen Halt und Zuversicht. Im Blick aufs Jurastudium freue ich mich auf Fallbeispiele und praktische Anwendungen. Die haben mich schon in der Kanti besonders interessiert.

ADRIANA | 16
In der Sek habe ich eine grosse Entwicklung durchgemacht. Wir alle sind, denke ich, selbstbewusster geworden und haben unsere Stärken und Schwächen kennengelernt. Und wir haben herausgefunden, was uns beruflich interessiert. Mein grosser Traum ist Visagistin zu werden. Ein Weg dazu führt über den Beruf der Coiffeuse. Deshalb mache ich jetzt diese Lehre. Zudem interessieren mich Frisuren und alles, was damit zusammenhängt. Ich habe bereits eine Woche in meinem Lehrbetrieb geschnuppert, alle kennengelernt und einen guten Einblick erhalten. Sorgen macht mir höchstens, dass halt das Team einen dann doch nicht akzeptiert. Aber ich bin eigentlich zuversichtlich. Wenn es Probleme gibt, sind meine Kolleginnen und meine Eltern immer für mich da. Zudem mache ich im Blauring mit und habe Unterstützung durch Kolleginnen und die Leiterinnen. Ich freue mich darauf, in meiner Ausbildung alles zu geben und gefordert zu werden. Jetzt weiss ich, wofür ich lerne, und das motiviert mich. Ja, und schliesslich freue mich auf die Visagisten-Schule.

NICO | 16
Ich habe sehr viele gute Erinnerungen an meine Sek-Zeit. Viele Kollegen werde ich wohl nicht mehr so oft sehen. Aber mit den wirklich guten Kollegen werde ich weiterhin Kontakt haben. Dann treffen wir uns und machen etwas zusammen. Über die Berufslehre als Informatiker kann ich mir bereits ein gutes Bild machen. Ich habe an zwei verschiedenen Orten geschnuppert. Zudem habe ich schon in der sechsten Klasse an einem Zukunftstag bei meinem Onkel, der Informatik-Ingenieur ist, schnuppern können. So hat mein Interesse für diesen Beruf angefangen. Was ich mir im Moment noch nicht so vorstellen kann, ist die Berufsschule in Frauenfeld. Was mir Halt gibt? Das sind sicher die Kollegen, die den gleichen Weg machen wie ich. Auch die Ausbildner kenne ich schon, die sind sehr nett. Zudem habe ich als Ministrant einen guten Kontakt zu der Katechetin. Mit ihr kann ich mich auch austauschen. In Zukunft freue ich mich darauf, Neues zu lernen und auch Geld zu verdienen.

Aufgezeichnet von Sibylle Zambon und Detlef Kissner

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MANUEL | 19

Bild: zVg
SILAS | 16
ADRIANA | 16
NICO | 16


Bilder: Sibylle Zambon-Akeret
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