Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 13

«Eine bewusste Antwort auf die dargebotene Hand Gottes»

Juraj Bohynik hat in Frauenfeld die Firmung 17plus umgesetzt

Das Sakrament der Firmung steht in einem Prozess der  Entwicklung. Mit 17 Jahren sollen junge Menschen  Verantwortung für ihr Leben und ihre Entscheidungen  übernehmen, auch im religiösen Bereich. Ein Gespräch  mit Pfarrer Bohynik aus Frauenfeld, Firmleiter im  Pastoralraum Frauenfeldplus.

Franziska Krasniqi: Pfarrer Bohynik, Sie haben als erster  Seelsorger im Kanton Thurgau das Firmalter radikal nach  oben gesetzt. Wie sehen Ihre ersten Erfahrungen mit der  «Firmung 17plus» aus?

Pfarrer Juraj Bohynik: Wir haben bis jetzt sehr gute Erfahrungen  gemacht. Selbstverständlich basiert die Firmung  17plus auf einer guten Zusammenarbeit zwischen der Kirchenvorsteherschaft  (stellvertretend für die Gemeinde)  und den Seelsorgenden. Wir haben die Augen offen gehalten  und Pfarreien in den Kantonen Zürich und St. Gallen  nach Empfehlungen und Erfahrungen befragt.  Als Seelsorger ist es mir wichtig, wie wir den Glauben  weitergeben. Durch die Heraufsetzung des Firmalters geben  wir den jungen Erwachsenen nochmals Gelegenheit,  sich mit der eigenen Persönlichkeit und dem Glauben auseinanderzusetzen.  Die Firmung soll bewusst ein Zeichen  und eine Antwort auf Gottes dargebotene Hand sein.

Wann kann ein Mensch eine Entscheidung  des Glaubens treffen?

Taufe und Firmung stehen in enger Verbindung zueinander.  Was bedeutet es, wenn der zeitliche Abstand zwischen  Taufe und Firmung grösser wird?

Die sieben Sakramente der katholischen Kirche betreffen  alle Stufen und wichtigen Zeitpunkte im Leben der Chris ten.  Sie geben dem christlichen Glaubensleben Heilung  und Sendung. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen  den Stufen des natürlichen Lebens und den Stufen  des übernatürlichen Lebens. Und genauso, wie sich nicht  jeder Mensch gleich entwickelt, müssen auch wir uns  überlegen, ab wann der Mensch eine persönliche Entscheidung  treffen kann.

Im heutigen Verständnis begleitet die Firmung die  Jugendlichen auf dem Weg des Erwachsenwerdens und  markiert eine Station für eine religiöse Entscheidung. Welche  Themen werden in der Firmvorbereitung behandelt?

Junge Erwachsene stellen konkrete Fragen. Sie beschäftigen  sich mit ihrer Identität, Lebensplanung und ihren Lebenszielen.  Daher behandeln wir Themen wie: «Wer ist  Gott?», «Hat Gott Platz in meiner Lebensplanung?», «Wie  finde ich Gott?» oder «Wo ist der Sinn in meinem Leben?»

Wie erleben Sie die Jugendlichen, die sich für «Firmung  17plus» angemeldet haben?

Die Jugendlichen verhalten sich sehr interessiert. Klar, es  gibt immer Ausnahmen, die mit ihrem Verhalten mehr Aufmerksamkeit  auf sich ziehen. Solche Fälle zeigen uns aber  auch, dass selbst mit 17 Jahren einige noch nicht reif sind. Viele der jungen Leute hatten selten  etwas mit der Kirche zu tun, und  wenn sie dann einen Pfarrer sehen,  bauen sie zuerst eine Schutzmauer  auf. Aber nachdem wir uns einige  Male getroffen und bewusst den Kontakt  gesucht haben, schmilzt das Eis  und die Firmlinge legen ihre Schüchternheit  ab. Am Schluss – also wenn  die Firmung stattfindet – ist eine tiefe  Beziehung zu den Jugendlichen entstanden.

Konflikte, wenn Jugendliche  die Firmung verweigern

Veränderungen rufen meist Widerstände  hervor. Wo haben Sie Kritik  am Konzept «Firmung 17plus» er fahren?

Kritik kommt meistens von Eltern,  aber auch von anderssprachigen Mitchristen.  Sie begründen ihre Aussagen  mit: «Solange die Kinder noch  klein sind, können wir sie erziehen.»  Ein 17-jähriger Firmling entscheidet  aber bewusst und schlägt somit Wurzeln  in der Kirche. Hingegen wird der  Sechstklässler auf Wunsch der Eltern  gefirmt und nach der Firmung hat er  selten was mit der Kirche zu tun.

Warum sind es vor allem die Gläubigen  aus den Missionen, die dem  höheren Firmalter ablehnend gegenüberstehen?

Viele Migranten in der Schweiz sind römisch-katholisch, mehrheitlich sind  sie gut integriert. Sie müssen aber  feststellen, dass die Schweizer Katholiken freier mit dem Glauben umgehen.  Während bei den ausländischen  katholischen Familien die Firmung  eine Selbstverständlichkeit ist, scheint  es bei den Schweizer Familien mehr  Entscheidungsfreiheit zu geben:  «Wenn du das willst.» Wenn dann ein ausländischer Jugendlicher sich nicht  firmen lässt, bricht für die Familie eine  Welt zusammen - das ist eine «unerhörte  Sache»!

Wie reagieren Sie als Seelsorger in solchen Spannungssituationen?

Mit 17plus entscheiden sich die Jugendlichen  bewusster für ein Leben in  der Kirche. Sie wollen Teil des mystischen  Leibes Christi sein und der  Glaube ist «bewusster», eine freie Entscheidung  mit Jesus zu leben. Wir  hatten auch schon einige Fälle, in denen  Jugendliche die Firmung abgelehnt  haben und die Eltern so in eine  Konfliktsituation gerieten. Dann sagen  wir klar: Die freie Entscheidung steht  im Vordergrund! Das Firmungsalter  benennen wir auf 17plus – das «plus»  nach der Zahl 17 verdeutlicht, dass  ein Jugendlicher sich auch später firmen  lassen kann. Die freie und be-
wusste Entscheidung steht bei uns an erster Stelle. Nur so  können wir die jungen Leute begleiten und ihnen die Botschaft  Jesu als Nahrung vermitteln.

Welche Konsequenzen ergeben sich für das kirchliche  Leben von getauften Christen, wenn sie die Firmung nicht  empfangen?

Die Firmung ist eine Stärkung durch die Kraft des Heiligen  Geistes. Es ist daher ratsam, dieses Sakrament vor der  Ehe zu empfangen. In den südlichen Ländern wird die Firmung  vor der kirchlichen Eheschliessung vorausgesetzt. In  der Schweiz ist es aber kirchenrechtlich möglich, auch  ohne Firmung kirchlich zu heiraten. Daher sehe ich keine  konkreten Konsequenzen. Niemand kann zum Empfang eines  Sakramentes gezwungen werden.
Besten Dank für das Gespräch!

Franziska Krasniqi 

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Qka mendoni mbi krezmimin 17plus?

Pyetja mbi sakramentin e Krezmimit 17plus është gjithmonë një temë aktuale tek të rinjët që aftësohen të marrin një hapë më
me tutje që të mund të vendosin për jetën krishtere në
të ardhmë e jetës të atyrë e pranojnë këtë Sakramnet.
Unë si meshtar kam nderin që të mund edhe ti përcjell të
rinjët në këtë sakrament. Në këtë vit 2008/2009 e kam
pasur temën e projektit »Feja dhe Sporti»-»Glaube und
Sport», ku në mbarim të përgatitjes isha edhe në një
ndeshje futbollistike në stadion.

Në krezmim i krishteri merr Shpirtin Shenjt, sikurse e
morën Aposujt ditën e Rrëshajve. Ata ishin përpara
frikacakë, por me marrjen e Shpirtit Shenjt u bënë
dëshmitarë dhe përhapës guximtar të mësimëve
ungjillore. Përforcimi na ripërtërin pagëzimin dhe na
aftëson të dëshmojmë në botë guximshëm Ungjillin më
fjalë e vepra. Pra, bëhemi të fortë të dëshmojmë për
Jezu Krishtin dhe për të të jetojmë dhe në të ta rrënjosim
jetën tonë.


Mag. Kolë Gjergjl, udhëheqës i «Bashkësisë Katolike
Shqiptare» në ipeshkëvinë Graz-Seckau dhe prift
shpirtëror në burgun Justizanstalt në Leoben.

Que opina usted de Firmung 17plus?

Firmung 17+ es para mí una preparación intensiva para la Confirmación
en el ritual de transformación de los jóvenes en adultos.
Precisamente a esta edad se encuentran entre ser
jóvenes y adultos, tienen ya una opinión propia, pero
también muchas preguntas. Eso hace para mí el trabajo
con jóvenes variado e intertesante, ya que a menudo las
discusiones se vuelven profundas, pero también hay
lugar para las risas y los juegos:¡ de jóvenes a adultos!
Claudia Niederberger, Catequista y acompañante para
confirmación en la Parroquia Frauenfeldplus


Mike Qerkini 

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Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Portugiesisch: Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

Tamilisch: Schwarz bin ich, doch schön...

Italienisch: Eine Patenschaft für Kinder in Äthiopien

Kroatisch: Vier Tage zwischen Assisi, Collavakenza und La Verna

Malayalam: «Kulturelle Elemente aus Indien...»

Französisch: «Mauritius, Antonius und Monika waren Afrikaner»

Albanisch: «Zeichen für Integration und christliche Gemeinschaft»

Spanisch: «Ein Consiglio Pastorale hilft den Missionaren»

Portugiesisch: «Rosenkränze für eine bessere Welt»

Italienisch: «Seelsorge als echte Sorge um die Seele»

Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

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Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

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«Jugendliche beschäftigen sich mit ihrer Identität, Lebensplanung und ihren Lebenszielen.»
«Die Firmanden machen sich konkrete Gedanken und suchen Stärkung in der Firmung.»

Bilder: Claudia Niederberger
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