Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 8

«Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet»

Ostertraditionen aus Portugal: Familien erinnern sich

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Auf aller Welt wird es gefeiert. Dabei pflegen die Katholikinnen und Katholiken jeweils ganz unterschiedliche Traditionen, wie sie an die Auferstehung Jesu erinnern. Melissa und Cristoforo Vilares aus Kreuzlingen haben sich unter den portugiesischen Kirchbürgern umgehört.

Welche Traditionen rund um das Osterfest haben Sie in Portugal kennengelernt?

Madalena Macedo aus Kreuzlingen: Für mich ist Ostern der heiligste Tag der katholischen Religion. Früher versuchten wir, die ganze Familie zusammenzubringen, um diesen Tag gemeinsam zu feiern. Dabei war das Kulinarische wichtig: Das traditionelle Festgericht war Wild mit Bratkartoffeln und Reis. Was auf dem Tisch nicht fehlen durfte, waren die Fleischpastete und eine Flasche Rotwein.

An Ostern wurden alle Häuser des Dorfes vom Pfarrer und seinen Gehilfen gesegnet. Bevor der Pfarrer zum nächsten Haus ging, um seine Visiten fortzusetzen, küss ten wir noch das Kreuz, welches der Pfarrer, immer mit sich trug, wenn er uns besuchte. In den vierzig Tagen vor Ostern begingen wir die Fastenzeit. Das Essen an diesen Tagen war sehr einfach gehalten. An diesen vierzig Tagen haben wir jeweils am Freitagabend alle zusammen gebetet, und es war auch obligatorisch, an allen heiligen Tagen in die Kirche zugehen. Mein Ehemann und ich versuchen hier in der Schweiz diese Traditionen möglichst am Leben zu erhalten. Wir versuchen jedes Jahr, mit der ganzen Familie zusammen diesen heiligen Tag feiern zu können. Wir feiern Ostern praktisch immer in der Schweiz. Wir versuchen zwar, die Familie aus Portugal einzuladen, doch das klappt nicht immer.

Vitor Lima aus Kreuzlingen: An Ostern kommt die Familie zusammen, damit wir diesen Feiertag gemeinsam erleben. Am Ostertag wird ein traditionelles Gericht, Wild mit Bratkartoffeln und Reis, hergerichtet.

Dem Osterfest geht immer eine lange Periode des Fastens voraus: Am Aschermittwoch wurde eine Messe abgehalten, um den offiziellen Beginn der Fastenzeit zu signalisieren. Noch heute habe ich diese Tradition beibehalten. Am Aschermittwoch gehe ich in die Kirche um die Fastenzeit einzuleiten.

Am Ostertag ging der Pfarrer mit einem Kreuz und seinenGehilfen von Haus zu Haus und segnete die Häuser und die darin lebenden Personen. Auch bei uns war es Tradition, am Ende der Segnung jeweils das Kreuz des Pfarrers zu küssen. Viele Leute folgten dem Pfarrer bis zur Kirche, wo im Nachhinein eine Ostermesse stattfand. Für mich ist das Osterfest ein ganz besonderes Fest, da an diesem Tag Jesus von den Toten auferstanden ist. Meine Frau und ich folgen weiterhin den Traditionen. Je nach dem feiern wir Ostern in Portugal oder in der Schweiz. Für uns ist es sehr wichtig, dass unsere 10-jährige Tochter die Bedeutung von Ostern kennt. Sie kommt immer mit in den Gottesdienst.

Interview: Melissa und Cristoforo Vilares

---------------------------------------------------------------

Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

Tamilisch: Schwarz bin ich, doch schön...

Italienisch: Eine Patenschaft für Kinder in Äthiopien

Albanisch/Spanisch: Eine bewusste Antwort

Kroatisch: Vier Tage zwischen Assisi, Collavakenza und La Verna

Malayalam: «Kulturelle Elemente aus Indien...»

Französisch: «Mauritius, Antonius und Monika waren Afrikaner»

Albanisch: «Zeichen für Integration und christliche Gemeinschaft»

Spanisch: «Ein Consiglio Pastorale hilft den Missionaren»

Portugiesisch: «Rosenkränze für eine bessere Welt»

Italienisch: «Seelsorge als echte Sorge um die Seele»

Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

------------------------------------------------------------------------

Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

zurück zur Übersicht

Familie Macedo: Fleischpastete und Rotwein durften beim Osterfest nicht fehlen.
Familie Lima: Am Osterfest gedenken wir, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.
Bilder: zVg
Melissa (18) und Cristofo Vilares (22) stammen aus der ländlichen Region Portugals «Vila Povca de Agviar». Sie leben mit ihren Eltern in Kreuzlingen/TG. Beide engagieren sich für den Ministrantendienst in der Kirche St. Ulrich und Afra.
mime file icon Gottesdienstplan (34 KB)
Webdesign: dfp.ch | Umsetzung: chrisign gmbh