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Aktuelle Ausgabe Nr. 17

Wir wollen den Faden aufnehmen und weiterführen

Neue Gemeindeleiter in Diessenhofen

Der Seelsorgeverband Diessenhofen hat seit dem 1. August gleich zwei neue Seelsorger: das Ehepaar Melanie und Christoph Berten. Am 22. August feierten sie in der Kirche Bruder Klaus in Diessenhofen einen stimmungsvollen Begrüssungsgottesdienst, bei dem ihnen die Missio Canonica für zwei Jahre übertragen wurde.

Das Ehepaar Berten hat sich in der kurzen Zeit seit seiner Ankunft sehr gut eingelebt. Vorübergehend wohnt es mit seinen zwei Kindern Johannes und Salome in einer Wohnung an der Bahnhofstrasse, nicht weit entfernt vom Pfarrbüro. «Geplant ist, dass wir im kommenden Frühjahr ins Pfarrhaus einziehen», sagt Melanie Berten. So kann das Paar die Zeit bis zum erneuten Umzug optimal nutzen, um den Seelsorgeverband kennenzulernen und in seiner Tätigkeit Fuss zu fassen. Zum Glück können die Bertens auf einen gut organisierten Seelsorgeverband zählen. «Im Moment lautet die Devise: schauen was da ist und was bereits gut läuft», sagt Christoph Berten. Dass die beiden Theologen gleich drei Kirchgemeinden in einem Verband betreuen, hat sie keineswegs abgeschreckt. «Wir sehen das klar als Herausforderung, der wir uns gerne stellen», sagt Melanie Berten. Eine zusätzliche Herausforderung ist zurzeit die vakante Stelle im Pfarreisekretariat, das sie deshalb auch noch betreuen müssen.

Optimale Arbeitsteilung
Für Melanie und Christoph Berten ist die Arbeitsteilung nichts Neues. Kennengelernt haben sie sich während des Theologiestudiums in Frankfurt. Christoph Berten, der am Niederrhein aufgewachsen ist, war bereits als Kind im kirchlichen Leben aktiv. Melanie Berten, geboren in Erlangen, wuchs in Basel und Riehen auf. Nach der Hochzeit 2001 kamen sie in den Kanton Zürich, wo sie beide in nahe gelegenen Kirchgemeinden als Pastoralassistenten arbeiteten, «da wir ja möglichst am selben Ort leben und arbeiten wollten», so Melanie Berten. Nach der Geburt ihres Sohnes Johannes teilten sie sich eine Stelle in Thalwil. Diese Arbeitsteilung sehen sie durchaus als Vorteil. Einerseits ist die Kinderbetreuung gewährleistet – mittlerweile kam noch Tochter Salome dazu – andererseits schätzen es die Leute, zwischen Mann und Frau als Ansprechperson wählen zu können. Beide fühlen sich sehr wohl in der Aufgabe als Seelsorger.  

Bistumswechsel angestrebt
Dass sie nicht in Deutschland arbeiten, habe mit der schönen Landschaft wie auch mit den zahlreichen Möglichkeiten für Laientheologen in den Schweizern Bistümern zu tun, sagt Christoph Berten. In Deutschland sei es für Laientheologen nicht so einfach. Sein Wunsch war es immer, in einer Gemeinde für alle Gebiete der Seelsorge zuständig zu sein. Dass sie nun für einen ganzen Seelsorgeverband mit drei verschieden Kirchen und einer Kapelle zuständig sind, freut ihn sehr. Doch warum der Wechsel vom Bistum Chur zum Bistum Basel? Das Ehepaar Berten verweist auf die Streitigkeiten im Bistum Chur, die für sie ein Grund für den Bistumswechsel sind. «Die Auseinandersetzungen im Bistum Chur haben sehr viel Kraft gekostet. Dies führt zu einem Kräfteverschleiss und lenkt von der Seelsorge weg», erklärt Christoph Berten ihren Wechsel zum Bistum Basel. Auf ihr Bewerbungsschreiben erhielten sie verschiedene Vorschläge, worunter Diessenhofen ihnen am besten gefiel.

Positiv aufgenommen
Auch die Angehörigen des Seelsorgeverbandes sind ihnen wohl gesinnt, wie sich im Begrüssungsgottesdienst zeigte. Der Gottesdienst war gut besucht und Melanie Berten durfte viele junge Familien begrüssen. «Gerade durch Kinder findet man in einer Gemeinde schnell Kontakt», sagt sie und ist froh, dass ihr Sohn Johannes sich im Kindergarten gut eingelebt hat. Dass nach Pfarrer Mario Hübscher, der Ende April nach über 10 Jahren verabschiedet wurde, kein neuer Priester folgt, scheint für viele Kirchenbesucher kein Problem zu sein. «Natürlich gibt es immer Leute, die sich einen Priester wünschen, doch die meisten freuen sich, dass die Seelsorgestelle wieder besetzt ist», sagt Christoph Berten. Und Melanie Berten doppelt nach: «Ich war überrascht, wie offen und positiv wir aufgenommen wurden.» Für das Gemeindeleiterpaar heisst es nun, den Faden aufzunehmen und weiterführen. Grosse Veränderungen sind im Moment nicht geplant. «Wir möchten erst einmal die Gemeinde kennen lernen und in alles hineinwachsen», sagt Christoph Berten. Zu kurz kommen in dieser intensiven Anfangsphase leider die Hobbies, wie Lesen oder Musizieren. Gibt es freie Stunden, so ist die Familie unterwegs und erkundet die neue Umgebung. Und was das Musizieren anbelangt: Klavier spielen kann Christoph Berten ja auch im Gottesdienst.

Claudia Koch

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Melanie und Christoph Berten haben sich als Gemeindeleiter in Diessenhofen gut eingelebt.

Bild: Claudia Koch
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