Kantons- und Bistumsgrenzen überwinden
Pastoralraum 1: Arbon, Horn, Steinach«Da bei der Errichtung von Pastoralräumen verschiedene Kriterien zu berücksichtigen sind, steht beim Pastoralraum 1 die Frage der Zugehörigkeit von Horn und Steinach im Raum», berichtet Anne Zorell, Leiterin des Dekants Arbon.
Die Thurgauer Pfarrei Horn liegt als Exklave im Bistum St. Gallen und
die Pfarrei Steinach, die zum Bistum St. Gallen gehört, ist sehr nach Arbon orientiert. Innerhalb eines Pastoralraumes spielen die Lebensgewohnheiten und die Ausrichtung der Menschen eine wichtige Rolle. Deshalb schlug die Bistumsleitung vor, den bistumsübergreifenden Schritt zu wagen und einen Pastoralraum 1
mit Arbon, Horn und Steinach zu bilden. Mittlerweile wurde aber entschieden, dass Steinach definitiv im Bistum St. Gallen bleiben wird. Dadurch bilden Arbon und Horn alleine einen Pastoralraum, der im Vergleich zu anderen Pastoralräumen im Thurgau zahlenmässig immer noch zu den grösseren zählt. Denn in Arbon leben 5300 und in Horn 1200 Katholiken. Die ursprünglich geplante Grösse mit 8100 Gläubigen wird jedoch beinahe wieder erreicht, wennsich statt der Pfarrei Steinach eine andere Pfarrei dem Pastoralraum 1 anschliessen kann.
Steinebrunn möchte dazustossen
Da die Pfarrei Steinebrunn mit der Pfarrei Arbon in einem Seelsorgeverband zusammen geschlossen ist und seit Jahren im pastoralen Bereich eng mit Arbon und auch Horn zusammen arbeitet, erachten es die Verantwortlichen in der Seelsorge und in den drei Kirchgemeinden als sinnvoll, einen gemeinsamen Pastoralraum zu bilden. Aus diesem Grund reichte die Kirchgemeinde Steinebrunn einen schriftlichen Änderungsantrag bei der Steuerungsgruppe des Dekanats Arbon und bei der Regionalleitung des Bistums ein. Nach Vorschlag der Bistumsleitung ist Steinebrunn dem Pastoralraum 4 (Amriswil Hagenwil Romanshorn Sommeri Steinebrunn) zugeordnet.
Für Ralph Limoncelli, Kirchgemeindepräsident von Arbon, sind der Pastorale Entwicklungsplan PEP und die damit verbundene Errichtung der Pas toralräume ein zukunftsweisender Weg. Er steht zusammen mit den Vertretern aus Horn und Steinebrunn für diese abgeänderte Form des Pastoralraums 1 ein und sieht sogar mittelfristig einen Zusammenschluss auch auf der öffentlich-rechtlichen Ebene.
Langjährige Erfahrung
Der Gemeindeleiter von Horn, Jürgen Bucher, weist auf die langjährige, kooperative Zusammenarbeit zwischen
Horn und Arbon hin: Angesprochen sind vor allem die sakramentalen Dienstleistungen der Priester aus Arbon in Horn und pastorale Aushilfen in besonderen Situationen aus Horn in Arbon, obwohl die beiden Pfarreien bis anhin keinen Seelsorgeverband bildeten. Verstärkte Zusammenarbeit sieht er in den Spezialbereichen wie Jugend-, Sozial-, Öffentlichkeits-, Freiwilligen- und ehrenamtlichen Arbeit; dann bestehen auch grosse Chancen, auf qualifiziertes und professionelles Personal zählen zu können. In einem Pastoralraum ist seiner Meinung nach eher garantiert, dass ein Priester vor Ort sein wird, die Verantwortung jedoch von einem Team getragen wird, was die Seelsorger sicher entlastet.
Kontakte nach St. Gallen sollen bleiben
Vor allem die Pfarrei Horn pflegt gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den umliegenden St. Galler Pfarreien Rorschach, Steinach und auch Goldach: Viele Menschen haben ihre Arbeitsstelle, ihre Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten auf diesen Raum ausgerichtet. Auch in pastoraler Hinsicht bestehen Verbindungen, denn in Horn erteilt eine Katechetin aus Mörschwil Religionsunterricht und manchmal kommen Priesteraushilfen aus dem Kloster Tübach, um Eucharistie zu feiern. Angela Manzardo, ehemaliges Mitglied des Pfarreirats Horn und heute noch als Kommunionshelferin und Lektorin tätig, schätzt die gute Zusammenarbeit über die Bistumsgrenze hinaus und hofft, dass auch bei der Bildung des Pastoralraums 1 die ökumenischen Gemeinsamkeiten mit den St. Galler Pfarreien nicht verloren gehen.
Text und Bild: Ruth Jung
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Zur Pfarrei Rickenbach
Die Pfarrei Rickenbach ist, ähnlich wie die Pfarrei Horn, umgeben
vom Bistum St. Gallen; sie ist sogar mit der Stadt Wil zusammengewachsen. Deshalb sind zurzeit Gespräche im Gange, welche eine Lösung suchen, um Rickenbach in einen Pastoralraum einzugliedern, der für das pastorale Leben am meisten Sinn macht.
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Alle Vorschläge für Pastoralräume im Thurgau und Schaffhausen:
Als Team schon eingespielt: Pastoralraum 7 (Bischofszell, St. Pelagiberg, Sitterdorf)
Drei "Kleine" wollen zusammenbleiben: Pastoralraum 3 (Altnau, Güttingen, Münsterlingen)
Distanzen sind zu gross: Pastoralraum 9 (Au. Bichelsee, Dussnang, Fischingen, Münchwilen, Sirnach)
Das Wasser sucht seine eigenen Wege: Pastoralraum 12 (Gündelhart, Homburg, Müllheim, Pfyn, Steckborn)
Die Stadt zieht weite Kreise: Pastoralraum B (Stadt Schaffhausen, Thayngen)
Keine Vision für ein grosses Zentrum: Pastoralum 4 (Amriswil, Hagenwil, Romanshorn, Sommeri, Steinebrunn)
Ein Garten soll gepflegt werden: Pastoralraum A (Neuhausen, Hallau)
Personell an der Grenze des Belastbaren: Pastoralraum 8 (Aadorf, Tänikon, Wängi)
Mailadresse bei kath-frauenfeldpuls.ch: Pastoralraum 11 (Frauenfeld, Gachnang, Herdern, Hüttwilen, Uesslingen, Warth)
Schwieriger Zusammenschluss kann Herzen öffnen: Pastoralraum 6 (Bettwiesen, Bussnang, Heiligkreuz, Leutmerken, Lommis, Schönholzerswilen, Tobel, Welfensberg, Werthbühl, Wuppenau)
Zusammenarbeit drängt sich nicht auf: Pastoralraum 5 (Weinfelden, Sulgen, Berg)
Am Bodensee soll Gemeinschaft entstehen: Pastoralraum 2 (Ermatingen, Kreuzlingen)
Gemeinsamer Anziehungspunkt verbindet: Pastoralraum 10 (Basadingen, Diessenhofen, Eschenz, Klingenzell, Mammern, Paradies, Stein am Rhein)

Obwohl die Pfarrei Arbon von der Grösse her das Zentrum des Pastoralraums 1 bildet, werden die kleineren Pfarreien Horn und wohl auch Steinebrunn ihre Selbständigkeit bewahren können.

