Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 20

Seelsorge als echte Sorge um die Seele

Interview mit Benedikt Wey, Vikar und Jugendseelsorger

Jugendseelsorgerinnen und Jugendseelsorger suchen professionellen Zugang zu Jugendlichen: Gottesdienste, Sozialeinsätze, Jugendarbeit, Filmprojekte, Wochenenden, Religionsunterricht und Reisen sind Akzente in ihrer Arbeit. «Kirche ohne Grenzen» spricht mit Benedikt Wey, Jugend-seelsorger aus Schaffhausen, über die Beziehungspflege mit Jugendlichen.

Daria Rambone: Benedikt Wey, Sie sind nun schon über ein Jahr in Schaffhausen als Jugendseelsorger tätig: Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Benedikt Wey: Ich habe bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Der Unterricht in der Oberstufe sorgt für spannende Lebensfragen bei den Jugendlichen. Solche, die in der Primarschule kaum vorkommen – zum Beispiel die Frage nach dem Eingreifen Gottes in die Weltereignisse.

Was für Arbeitsfelder gibt es und wo kommen Sie mit Jugendlichen in Kontakt?

Die Jugendseelsorge kennt zwei Varianten, wie man mit Jugendlichen in Kontrakt treten kann. Indem man Angebote und die dazugehörigen Einladungen schafft, ermöglicht man den Teenies die konkrete Teilnahme: Alternativgottesdienste, Spielabende sowie ökumenische Initiativen können solche Angebote sein. Die andere Variante ist der Religionsunterricht. Hier besteht die Möglichkeit, mit den Jugendlichen eine Vertrauensbasis aufzubauen, die notwendig für die Seelsorge ist; für die Sorge um die Seele eben. Andere Gruppen, in denen ich Jugendliche treffe, sind die Ministranten, Jungwacht/Blauring etc.

«Für viele Teenies sind «Priester» weit entfernt»

Stimmt es, dass sich Jugendliche von der Kirche nicht mehr angesprochen fühlen?

Tatsächlich mache ich die Beobachtung, dass die Kirche für die meisten jungen Leuten weit weg ist. In der Jugendseelsorge geht es aber in erster Linie um den Aufbau von Beziehungen. Die daraus entstandene Vertrauensbasis ermöglicht uns schliesslich auch die Arbeit. Wenn die Basis aufgebaut ist, kommt auch die Suche nach Hilfe bei Problemen.

Werden Sie von Jugendlichen oft gefragt, warum Sie Priester geworden sind?

Früher kam die Frage immer sehr schnell, aber vor allem auf offensive und kritische Art. Heute kommt diese Frage zwar immer noch, aber eher aus wahrem Interesse, da «der Priester» etwas Entferntes geworden ist. Doch genau das erlaubt tiefere Gespräche, die die Jugendlichen oft zum Nachdenken anregen: «Hat Gott auch etwas mit mir vor?». Und diese persönliche Frage bringt sie manchmal dazu, sich wieder zu melden, um das Gespräch zu vertiefen.

Was macht für Sie das Besondere am Priester-Sein aus?

Die tägliche Eucharistiefeier ist für mich ein Aspekt des Priester-Seins. Auch weil ich da genau weiss, dass nicht ich es bin, der handeln muss, sondern dass Christus präsent ist und wirkt. Ich bin nicht Priester für mich, sondern für die Gemeinschaft. Die Tatsache, nicht die Hauptrolle spielen zu müssen, sondern «nur» im Dienst zu stehen – das gefällt mir besonders.

«Lebensfreude und Lebensnähe bewahren»

Im Studium waren Sie auch ein Jahr in Rom: Wie hat es Ihnen in Italien gefallen?

Als ich in Luzern das «kleine Diplom» abgeschlossen hatte, schlug mir die Studienleitung vor, ins «Germanicum» in Rom zu gehen. Als ich zum Vorstellungsgespräch dort war, gefiel es mir nicht unbedingt. Ich wurde aber angenommen und muss heute zugeben, dass ich eine schöne Zeit dort verbringen durfte. Was ich an den Römern schätzen gelernt habe, ist ihre Gelassenheit, wie sie das Leben angehen. Oft kommt es mir so vor, als ob sie genau wüss ten, dass nicht alles von ihnen abhängt und sie so die Dinge anders nehmen als wir Schweizer.

Was möchten Sie speziell den italienischsprachigen Jugendlichen in Schaffhausen mitgeben?

Ihr sollt eure «Italianità» nicht verlieren und diese in die Gesellschaft tragen, um sie zu bereichern: denn wenn ihr sie für euch behaltet, ist das schade. Die Lebensfreude und -nähe sind Charakteristika, die ihr unbedingt bewahren solltet. Wenn jede Sprachgruppe ihren Reichtum schenkt, wächst die Gesellschaft und in unserem Fall die Kirche.

Vielen Dank für das interessante und bereichernde Gespräch.

Daria Rambone

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La pastorale vissuta come reale cura delle anime

La visione della pastorale di un giovane prete

Benedikt Wey (30) è da poco più di un anno vicario e responsabile della pastorale giovanile della parrocchia St. Maria di Schaffhausen. Ho avuto il piacere di potergli fare qualche domanda sulle sue esperienze del ultimo anno e sulla sua visione pastorale, in particolare quella giovanile.

Alla domanda sulle sue esperienze, dice di aver fatto praticamente solo esperienze positive. Il lavoro con i giovani è difficile, ma se si vuole portare la fede nella quotidianità della gente, bisogna andare a prenderli dove sono, rendendo attuale la Parola alla loro vita, ai loro bisogni e alle loro conoscenze. Il catechismo scolastico per lui è un’occasione stupenda di entrare in contatto con i giovani, dove si può guadagnare la loro fiducia e la loro stima. Guardandosi intorno, si nota che le attività proposte sono tante e che la scelta è grande. Nonostante tutto spesso restano non frequentate. Questo, secondo don Benedikt, è provocato proprio dal fatto che i collaboratori pastorali non conoscono e non sono conosciuti dai giovani. L’invito, continua, è sempre personale, personale come lo deve essere il rapporto tra curatori delle anime (tradotto letteralmente dal termine tedesco «Seelsorger») e i fedeli. Per la pastorale c’è bisogno di conoscere i giovani, ma per conoscerli ci vuole tempo… tempo che necessariamente bisogna essere disposti a metterci, se si vuole ottenere dei risultati di risveglio di fede.

Ringrazio don Benedikt dell’interessante incontro e della sua franchezza con la quale ha risposto alle mie domande. Gli auguro tanto amore, pazienza e grinta nel lavoro nella vigna di nostro Signore.

Daria Rambone

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Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Portugiesisch: Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

Tamilisch: Schwarz bin ich, doch schön...

Italienisch: Eine Patenschaft für Kinder in Äthiopien

Albanisch/Spanisch: Eine bewusste Antwort

Kroatisch: Vier Tage zwischen Assisi, Collavakenza und La Verna

Malayalam: «Kulturelle Elemente aus Indien...»

Französisch: «Mauritius, Antonius und Monika waren Afrikaner»

Albanisch: «Zeichen für Integration und christliche Gemeinschaft»

Spanisch: «Ein Consiglio Pastorale hilft den Missionaren»

Portugiesisch: «Rosenkränze für eine bessere Welt»

Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

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Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

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Alternativ-Gottesdienste, Sozialeinsätze, Wochenen-den, Religionsunterricht und Reisen sind Akzente in der Arbeit einer Jugendseel-sorgerin oder eines Jugend-seelsorgers.

Bild: www.ranfttreffen.ch

Benedikt Wey: In Gesprächen mit Jugendlichen taucht immer wieder die Frage auf: «Hat Gott auch etwas mit mir vor?»

Bild: zVg
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