Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 23

Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz

Redewendungen aus der Bibel

Gibt ein Mensch einer Sache, einer Beziehung oder einem Traum eine umfassende oder gar ausschliessliche Bedeutung, bindet sie seine Zeit, seine geistigen und vor allem emotionalen Energien. Darauf macht das biblische Wort «Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz» aufmerksam.

Das Wort «Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz» stammt aus dem Matthäus-Evangelium und fordert uns dazu auf, unser Herz an bleibende, an «himmlische» Schätze zu binden: «Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie zerfressen, wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerfressen, wo keine Diebe einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.» (Mt 6,19-21)

Einmal werden alle irdischen Schätze, ob grosse oder kleine, ihren Wert verlieren. Spätestens an unserem Lebensende müssen wir alles aus der Hand geben. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Jesus hat daran erinnert im Gleichnis vom reichen Kornbauern, der sich angesichts grosser Vorräte in Sicherheit glaubte. «Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und nicht reich ist bei Gott.» (Lk 12,16-21)

Jesus geht es bei alldem nicht um eine Geringschätzung oder gar Verachtung unserer irdischen Güter. Unsere reichen materiellen und immateriellen Schätze – und natürlich auch der Stutz! – sind an und für sich nichts Schlechtes. Es kommt allerdings darauf an, was wir daraus machen und welchen Raum diese Schätze in unserem Herzen einnehmen, welchen Platz sie besetzen, ob wir gar von ihnen «besessen» werden oder sind.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Die vielen Dinge können sehr schnell dazu führen, dass wir das Wesentliche nicht mehr sehen oder aus dem Blick verlieren. Achten wir auf die erstrangige Wirklichkeit Gottes? Spielt sie tatsächlich die erste Rolle in unserem Leben? Füllt sie unser Leben oder ist sie nur ein nützliches Aperçu? Jesus geht es um eine klare Prioritätensetzung. Wenn Gott die erstrangige Wirklichkeit in unserem Leben ist, ist ihr alles andere zu- und hingeordnet.

Moderne Schatzsucher, die Geocacher, lassen sich durch Satellitensignale via Handy und Smartphone zu den Fundorten leiten. Um die Himmelsschätze zu finden, müssen wir mit Gott in Verbindung stehen. Dann stossen wir überall auf den kostbarsten Schatz, wie Jesus es im Gleichnis vom Schatz im Acker erzählt hat: «Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der im Acker vergraben war; den fand einer und vergrub ihn wieder. Und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.» (Mt 13,44)

Theodor Pindl, Wirk Raum Kirche St. Gallen

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