Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Aktuelle Ausgabe Nr. 19

Sein Licht unter den Scheffel stellen

Redewendungen aus der Bibel

Wer sich allzu bescheiden gibt, sein Wissen zurückhält oder seine Fähigkeiten versteckt, stellt sprichwörtlich «sein Licht unter den Scheffel».

Es ist nicht leicht, sich ins rechte Licht zu setzen. Ich erinnere mich an einen Prediger, der seine Gedanken zur Stelle vom Licht unter dem Scheffel mit dem Satz abschloss: Da habe ich jetzt doch eine gute Predigt gehalten! Zu Beginn sprach er von der falschen Bescheidenheit nach dem Motto «Selbstruhm stinkt». Wir dürften es auch aussprechen, wenn uns etwas gelingt. Und wir dürfen uns freuen. Es ist schon so, dass es uns oft schwerfällt, Lob auszusprechen und anzunehmen. Wir schieben eher noch die Bemerkung nach, dass aber schon nicht alles gut war.

Nun, in der besagten Bibelstelle geht es meiner Ansicht nach um etwas anderes als um ein gutes Selbstwertgefühl. Darüber zu sprechen und zu ermutigen und Anerkennung auszusprechen, das ist schon wichtig, gerade auch bei jungen Leuten.

Aber bei Matthäus geht es um etwas anderes. Das «Licht der Welt» ist Jesus Christus und seine Frohe Botschaft. Und die soll leuchten. Man soll ihr nicht ein Gefäss überstülpen. Und da sind wir ganz aktuell in unserer Zeit. Wir sind, jedenfalls in unseren Breitengraden, sehr zurückhaltend, wenn es um das Bekenntnis zum christlichen Glauben geht. Alles Missionarische ist uns suspekt. Aber wünschenswert wären doch Gespräche, in denen wir unaufdringlich, aber ehrlich von dem erzählen, wie uns der Glaube stärkt und Freude macht. Wir sehen in den Strassen unserer Städte Leute, auch junge, aus Freikirchen, die Schriften anbieten und mit uns ins Gespräch kommen wollen. Damit «es» allen ins Haus leuchte, das Licht der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit. Und diese Botschaft hätte unsere Zeit doch dringend nötig. Wir als Einzelne und als Gemeinschaft sind aufgefordert, auf dieses Licht hinzuweisen, die Frohe Botschaft bekannt zu machen. Vielleicht müssten wir in dieser Hinsicht mutiger sein.

Bruno Dörig, Autor

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Bild: Sarah Stutte
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