Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 19

Rosenkränze für eine bessere Welt

Hannelore Madach und Schwester Luitgard beten nicht nur

Ein schlichter Rosenkranz aus rötlichem Holz hängt in meinem Büro. Er erinnert mich nicht nur an Maria, die Mutter Jesu, sondern auch an zwei Frauen, die etwas von Maria haben: Bescheidenheit, Sinn für Gerechtigkeit und Gottvertrauen.

Eine ist die 74-jährige Dominikanerin Schwester Luitgard aus Norddeutschland, die seit 54 Jahren in Südafrika lebt. Sie hat meinen Rosenkranz und tausend andere mit viel Liebe und grosser Überzeugung handgemacht. «Es gibt Menschen, die können nichts mehr tun, aber beten, und das ist etwas ganz Wichtiges, weil man so noch für andere da sein kann und einen Wert hat. Das zeige ich den Menschen.» Und sie meint damit Schwarze, die sie in einem Altersheim betreut, das sie sich nur dank der Schwestern leisten können. Vor dreissig Jahren hat Schwester Luitgard das Handwerk von einer älteren Mitschwester übernommen – und ich habe in meiner Pfarrei schon über 100 dieser schönen Gebetsketten verkauft. Mit dem Erlös näht Schwester Luitgard Kleider für Kinder, die als Aidswaisen nicht nur bitterarm, sondern auch Verlassene sind. Und so manchem hilft ihr Rosenkranz beim Beten.

Diesseits und jenseits von Afrika

Kennengelernt habe ich Schwester Luitgard bei Hannelore Madach, die seit zwanzig Jahren in Egnach wohnt, und schon mehrmals ihr Leben neu ordnen musste. Ein solcher Neuanfang war, als sie mit 50 Jahren heiratete und mit ihrem Mann auf vielen Reisen die Welt entdeckte. In Südafrika traf sie ihre Tante, eine heute 96-jährige Dominikanerin. Für Hannelore Madach war klar, dass sie sofort anpacken muss, als sie sah, dass die Not gross ist. Zusammen mit ihrem Mann kehrte sie immer wieder nach Südafrika zurück. Sie arbeitete in der Küche, nähte und flickte für Studenten und Patres fast die gesamte Wäsche. «Das war eine schöne Zeit, ich wurde sehr gebraucht», sagt sie leise. Als ihr Mann vor neun Jahren viel zu früh starb, fing sie wieder neu an. Seither verbringt sie drei Monate im Jahr in Südafrika. Sie hilft, wo es nötig ist, und das ist fast überall. Wenn Hannelore Madach gerade nicht in Südafrika ist, sammelt sie für die Dominikanerinnen, die mit sehr wenig Mitteln zusammen mit ihrer Pfarrei eine Suppenküche aufgebaut haben. 2900 Aidswaisenkinder bekommen an neun Stellen von Montag bis Freitag zu essen! Dazu gehört auch ein grosser Gemüsegarten, eine Schule für Taubstumme und eine für Behinderte, ein Kindergarten, ein Selbsthilfe- Näh- und Backprojekt für Frauen und vieles mehr. Zusammen mit einer Freundin stellt Hannelore Madach wunderschöne Karten her und wirbt für Schwester Luitgards Rosenkränze. Den Erlös bekommen die Schwestern für ihre Projekte. Nicht nur Privatpersonen, Vereine und unsere Pfarrei, sondern auch der katholische Kirchenrat trägt mit dem Strukturhilfefonds das grossartige Engagement einer einzelnen Frau aus unserer Region mit.

Beten und Gutes tun verbindet Menschen und Himmel und Erde

Woher nimmt Hannelore Madach die Kraft? Aus dem Gebet, auch aus dem Rosenkranz, der sie ein Leben lang begleitet, den sie regelmässig mit anderen, aber vor allem für sich betet: «Es ist ein sehr meditatives Gebet, das mich mit Gott verbindet und mit den Schwestern in Südafrika.» Und in diesem Fall sogar ein Beten, das direkt Not lindert. Und ein Stück Frauensolidarität, die sich nicht abfindet mit der Not in der Welt, besonders der Kinder, ist auch dabei. Das wird Maria sehr gefallen.

Gabriele Zimmermann

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Terços para um mundo melhor

Uma oração que alivia o sofrimento A fereira dominicana Luitgard do norte da Almanha vive a 54 anos em Africa do Sul. Ela tem mil terços feitos a mão com muito amor e muito convencimento. «Ha pessoas que não podem fazer mais nada, mas rezar é uma coisa muito importante, porque assim uma pessoa ainda pode estar aqui para os outros e tem valor. Eu mostro isso as pessoas.» As pessoas em que ela fala são pretos, que ela trata numa casa de idosos, que so conseguem financiar o convento deles graça fereira. A 4 anos ela pegou na obra de uma fereira antiga.

Gabriele Zimmermann conheceu a fereira Luitgard em Hannelore Madach, que vive ha 20 anos em Egnach e que ja teve de recomeçar a sua vida muitas vezes. Quando Hannelore não esta em Africa do Sul ela coleta para as dominicanas que com pouco dinheiro construiram uma jungo com a igreija. 2900 orfãos com sida recebem em 9 sitios de Segunda a Sexta de comer. Também pertence um jardim de legumes, uma escola para surdos e uma para deficientes, uma prèescola, um projeto de cuzer e cuzinhar para mulheres e muitas outras coisas, mas ainda è muito pouco. Junta com uma amiga Hannelore Madach constroi um jardim lindo e assim faz publicidade para os terços de Luitgards. Com o ganho as fereiras financij os projeto.

Mas de onde è que ela tira essa força? Tambem das orações, tambem do terço, que a acompanha a vida inteira, com que ela rezou muitas vezes com outros, mas specialmente para ela: «É uma oração muito meditativa, que me aprocima com Deus e com as Irmãs em Africa do Sul.» Neste caso è uma oração, que alivia o sofrimento.

Melissa Vilares

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Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Portugiesisch: Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

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Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

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Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

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Der Rosenkranz drückt auch ein Stück Frauensolidarität aus, die sich mit der Not in der Welt nicht abfinden will.

Bild: G. Zimmermann
Schwester Luitgard, die Tante von Hannelore Madach, hat über tausend Rosenkränze angefertigt.

Bild: Hannelore Madach
Hannelore Madach unterstützt die Arbeit der Dominikanerinnen in Südafrika: Sie hilft, wo es nötig ist, und das ist fast überall.

Bild: Pater Peter Hillen
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