Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 18

Editorial

Es ist jammerschade, dass das Blindenzentrum schliesst. Zum einen für die Menschen vor Ort - die Mitarbeitenden, die ihren Arbeitsplatz verlieren, und die Bewohner von Landschlacht, für die das Gästehaus auf der Anhöhe ein wichtiger Bestandteil des Dorfes ist. Zum anderen für die vielen Gäste aus dem In- und Ausland, denen ihr Refugium für Erholung, Begegnungen und Weiterbildungen fehlen wird. Und für all die Menschen, die Kirche an diesem Ort einmal auf ganz andere Art und Weise, nämlich als einladende Gastgeberin, kennen gelernt hätten. Die Gründe für die Schliessung, klingen plausibel. Und doch bleiben Fragen: Warum wurde nicht rechtzeitig ein finanzstarker Partner ins Boot geholt? Der kostenintensive Sanierungsbedarf entstand ja nicht plötzlich. Wurden wirklich alle Möglichkeiten aus gelotet?
Die letzte Frage drängt sich besonders auf, wenn man auf die andere Seite des Sees blickt. In Hegne, vor den Pforten von Konstanz, steht ein Tagungshotel, das sich grossen Zulaufs erfreut. Die Kreuzschwestern hatten es 2006 anstelle ihres alten Gästehauses für einen hohen Millionenbetrag errichten lassen, um einen ihrer Grundaufträge, die Beherbergung von Gästen, besser ausführen zu können. Was zunächst Mut verlangte, zahlte sich später aus. Das Hotel St. Elisabeth läuft so gut, dass es letztes Jahr um 16 Zimmer erweitert wurde. «Die Einnahmen decken die Betriebskosten. Mit ihnen lassen sich auch die getätigten Investitionen refinanzieren», sagt Hotelleiter Christoph
Strobel. Grund für den Erfolg dürften die attraktive Lage am See, die nahe gelegenen Freizeitangebote und ein gutes
Konzept sein.
Das IBZ hätte mit seiner Nähe zum See, vor allem mit seinem unvergleichlichen Blick, ähnlich gute Bedingungen. Hinzu kommt sein besonderes Profil: Mit seiner Geschichte war das Haus immer schon ein Ort, an dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenkamen. Was dem IBZ fehlt, ist ein mutiger Investor, der das Potential des Hauses erkennt. Vielleicht findet der sich ja noch in den nächsten Jahren. Eine kleine Hoffnung bleibt.

Detlef Kissner

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