Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Aktuelle Ausgabe Nr. 14

Freude über 50 Jahre Anerkennung

Synode der Landeskirche Schaffhausen

Die 112. Sitzung der Synode stand ganz im Zeichen des Jubiläums der römisch-katholischen Landeskirche Schaffhausen. Mit einem Gottesdienst und einem Festvortrag von Thomas Binotto feierte sie in der Kirche von Ramsen ihr 50-jähriges Bestehen. Danach genehmigten die Synodalen unter anderem die Beteiligung an der Kommunikationsplattform der katholischen Landeskirche Thurgau und verabschiedete die Rechnung 2017.

In seinem Vortrag beleuchtete Thomas Binotto, ehemaliger Präsident des Synodalrates, die Geschichte der katholischen Kirche im Kanton Schaffhausen unter dem Gesichtspunkt der Integration. Er zeigte auf, wie Anfang des 19. Jahrhunderts durch Zuzug aus der Innerschweiz die Zahl der Katholiken im Kanton Schaffhausen wuchs, wie die Gründung einer katholischen Genossenschaft erfolgte, zahlreiche katholische Verein entstanden und um den Bau einer eigenen Kirche gerungen wurde. «Mit diesem Bestreben nach Integration und Anerkennung sorgt der Aufbau einer katholischen Parallelgesellschaft für neue Separation», so Binotto. Die Anerkennung als Landeskirche hingegen habe die Abgrenzung «Katholisch-Schaffhausen» aufgeweicht und Integration ermöglicht. Integration bedeutet für ihn, immer wieder Abschied zu nehmen, Vielfalt auszuhalten und scheinbare Gewissheiten aufzugeben. Im Blick auf die Zukunft ist er überzeugt, dass sich die Probleme unserer Welt nur gemeinsam lösen lassen. «Die Welt braucht die Menschen guten Willens – egal wie sie ins Boot gekommen sind. Dieses Boot kann nie voll genug sein!»

Digitale Zukunft

Nach diesem Festakt wechselten die Synodalen in die Pfarrscheune, wo ihnen Hans Hug das von der Landeskirche Thurgau initiierte Projekt «Kommunikationsplattform» näher vorstellte. Herzstück der Plattform ist eine zentrale Datenbank, auf der Informationen aus unterschiedlichen Quellen gespeichert werden. Diese Informationen stehen verschiedenen Webseiten zur Verfügung. Vorgesehen sind die Webseiten der beiden Landeskirchen Thurgau und Schaffhausen, von forumKirche und einzelner Pfarreien. Ausserdem ist geplant, dass die eingegebenen Daten gleichzeitig für Erstellung der Pfarreiseiten in forumKirche genutzt werden können. Ein Redaktionssystem soll helfen eine ungefähre Voransicht der Pfarreiseiten zu ermöglichen. «Die Landeskirche stellt damit Pfarreien, Pastoralräumen und kirchennahen Vereinen kostenlos ein Gefäss zur Verfügung, das ihnen einen eigenen Webauftritt ermöglicht», fasste Adrian Fristschi, Mitglied des Synodalrates, zusammen. Die Kosten für die Eingabe der Inhalte und die Pflege der Webseite müssten diese selbst tragen. Als wichtigsten Grund für die Teilnahme an diesem Projekt führte er die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Webseite der Landeskirche an: «Sie muss Smartphone tauglich werden.» Die Versammlung sprach sich daraufhin für die Beteiligung am Projekt aus und genehmigte den damit verbunden Kostenbeitrag von 30‘000 Franken.

Auswahl von Entwicklungsprojekten

Die Rechnung 2017 mit einem Ertragsüberschuss von 5362 Franken gab keinen Anlass zur Diskussion. Sie wurde einstimmig angenommen. Es folgte der Antrag der Kommission Entwicklungsprojekte zur Vergabe eines Förderbeitrages von 20‘000 Franken. Wolfgang Lendl stellte dafür zwei Projekte vor, die von der Missionsgruppe des Pastoralraumes Neuhausen-Hallau und von der Kirchgemeinde Ramsen eingereicht wurden. Zum einen wurde vorgeschlagen, mit den Mitteln die Renovation eines Wohnheims für behinderte Kinder im Nordosten Polens zu ermöglichen. Zum anderen sollen für ein Spital in Tiruvalla (Südwest-Indien) fünf Dialysegeräte angeschafft werden, die vor allem ärmeren Patienten zur Verfügung stehen. Die Anwesenden stimmten dem Antrag zu, den beiden Projekten je die Hälfte des Zuschusses zu gewähren.

Neuwahl und Abschied

Nach längerer Vakanz eines Sitzes im Synodalrat konnte ein geeigneter Kandidat gefunden werden. Dominik Brasser aus Schleitheim stellte sich zur Wahl und wurde von der Synode bestätigt. Da Pfarrer Hans Zünd im Sommer seine Stelle wechseln wird, entsteht im Synodalrat bald eine neue Lücke. Synodalratspräsident Andreas Textor bezeichnete den Geistlichen als «Gewissen» des Rates, lobte seine Fähigkeit, gut zuzuhören und wichtige pastorale Projekte anzustossen, und dankte ihm für sein Engagement im Synodalrat, dem er seit 2010 angehörte. Ausserdem informierte Textor darüber, dass die Seelsorgestelle im Psychiatriezentrum Schaffhausen vakant ist und dass man sich mit dem Züricher Synodalrat darauf verständigte, zukünftig auf gegenseitige Ausgleichszahlungen zu verzichten.

Detlef Kissner

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Thomas Binotto dankte mit Blumen allen, die sich schon lange für die katholische Kirche und gelebte Integration einsetzen.

Bild: Detlef Kissner
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