Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 12

Den Weg der Mitte finden

Abschied von Ehepaar Bucher in Horn

Nach 15 Jahren gibt Jürgen Bucher Ende Juni sein Amt als Gemeindeleiter der katholischen Kirchgemeinde in Horn ab. Er wie auch seine Frau Susanne, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war, stellen sich neuen Herausforderungen, auf die sie sich sehr freuen.

Beziehungen knüpfen und Vertrauen gewinnen – mit dieser Absicht sind Susanne und Jürgen Bucher vor 15 Jahren nach Horn gekommen. «Wir fühlten uns von Anfang an sehr willkommen», sagt Jürgen Bucher. Die Gemeinde ist mit knapp 2600 Einwohnerinnen und Einwohnern fast zu 50 Prozent katholisch. Deshalb machten sie es sich zu Beginn zur Aufgabe, gezielt auf die Menschen zuzugehen. Jürgen Bucher spricht dabei von einer Geh-hin-Pastoral. Der aktive Einsatz hat sich gelohnt und nach gut einem Viertel Jahr waren viele Kontakte geknüpft und das Vertrauen aufgebaut. «Wir hatten viel Freiraum und diesen haben wir genutzt», sagt Susanne Bucher. So initiierten beide in ihren jeweiligen Bereichen neue pastorale Ideen.

Sternstunden und Familienpastoral

Jürgen Bucher gründete die Jubla in Horn sowie eine Bibelgesprächsgruppe. Auch rief er die Gottesdienstnachgespräche ins Leben, an denen meist zwischen acht und vierzehn Erwachsene teilnehmen. Während des Firmunterrichts sind auch die Firmlinge einmal an einem dieser Gespräche dabei. Jürgen Bucher schätzt die Möglichkeit sehr, sich nach dem Gottesdienst persönlich mit den Gläubigen auszutauschen. «Das sind jeweils Sternstunden», sagt er. Daneben erledigte er alle anfallenden pastoralen Aufgaben und hebt dabei die ökumenische Zusammenarbeit hervor. Susanne Bucher kümmerte sich als ausgebildete Religionspädagogin vorwiegend um die Kinder und Jugendlichen. «Mir war es wichtig, mit ausserschulischen Angeboten die Familien miteinzubeziehen», sagt Susanne Bucher, die sich auch für Einzelseelsorge spezialisiert hat. Sie setzte sich für die Sakramentenkatechese ein, insbesondere den Versöhnungsweg, der von den Eltern sehr geschätzt wird. Ihre grosse Leidenschaft gehört der Musik, deshalb organisierte sie alle zwei Jahre ein Weihnachtsmusical. Ausserdem gründete sie vor neun Jahren die Kinder- mittlerweile Jugendband Finally Sunday. Die Band spielt christliche Popsongs und wirkt an Familiengottesdiensten mit.

Tiefe Beziehungen geknüpft

Gefragt nach den Höhepunkten sagt Jürgen Bucher: «Das 100-Jahr-Jubiläum der Pfarrei, das 2010 gefeiert wurde.» Weiter nennt er die vielen Menschen, die sich aktiv am Pfarreileben beteiligt haben. «Und die Vorbereitung der Liturgie zusammen mit meiner Frau», fügt er lachend an. Für Susanne Bucher sind es die zahlreichen kirchlichen Feiern mit Kindern und Jugendlichen. Wie z. B. an Palmsonntag, an dem rund 40 Kinder mit Palmkreuzen mitgewirkt haben. In den vergangenen 15 Jahren sei ein Stamm an treuen Engagierten entstanden, zu denen sie beide pastoral wie auch persönlich eine tiefe Beziehung knüpfen konnten. Auch wenn es nicht immer rund lief, wie etwa mit schwierigen Firmklassen, haben sich Buchers immer darum bemüht, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. «Ich versuche immer, den Weg der Mitte zu finden», sagt Jürgen Bucher.

Näher beim Menschen sein

Nun wird nach den Sommerferien für beide ein neuer Arbeitsabschnitt eingeläutet. Sie werden weiterhin in Horn wohnen, aber Jürgen Bucher wird in Sulgen zu 60 Prozent als Pastoralassistent und zu 20 Prozent für den Pastoralraum Thurgau Mitte arbeiten. Er freut sich darauf, als Seelsorger wieder näher bei den Menschen zu sein. «Eine Gemeindeleitung bringt sehr viel Administratives mit sich, diesen Teil gebe ich gerne ab», sagt er. Deshalb sieht er es als Entlastung, wenn künftig die Verantwortung aufgeteilt ist. Zudem haben die Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben und die Kirchenaustritte ihn als Gemeindeleiter bedrückt. Susanne Bucher wird neu im Bistum St. Gallen arbeiten und in zwei Schulen der Stadt St. Gallen als Katechetin tätig sein. «Ihre» Jugendband in Horn wird sie weiterhin auf freiwilliger Basis betreuen. Vermissen werden sie die Mitarbeitenden der Pfarrei und die vielen engagierten Menschen, den harten Pfarreikern, wie Jürgen Bucher ihn nennt und die Eltern mit ihren Kindern, die Susanne besonders ans Herz gewachsen sind. Ihnen allen möchten Jürgen und Susanne Bucher für die bereichernden und erfüllenden 15 Jahre danken.

Claudia Koch

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Susanne und Jürgen Bucher blicken auf ihre 15-jährige pastorale Arbeit in Horn zurück.

Bild: Claudia Koch
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