Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Aktuelle Ausgabe Nr. 2

Das Zusammenrücken braucht Zeit

Der Pastoralraum Thurgau Mitte wird eröffnet

Bei der personellen Situation gab es zwar noch Fragezeichen. Dennoch liessen sich die drei Pfarreien Berg, Sulgen und Weinfelden nicht von ihrem ursprünglichen Plan abbringen: Am 21. Januar eröffnen sie gemeinsam mit Bischof Felix Gmür ihren Pastoralraum, der den Namen Thurgau Mitte trägt.

Von April 2016 bis September letzten Jahres traf sich eine Projektgruppe, die den Zusammenschluss zu einem Pastoralraum vorbereitete. Sie bestand aus den drei Gemeindeleitern, je einer weiteren Person aus jeder Pfarrei, einer Projektsekretärin und einer externen Projektbegleiterin. «Wir erstellten eine Situationsanalyse von unseren Pfarreien und entwickelten darauf aufbauend ein Pastoralraumkonzept», erklärt Martin Kohlbrenner, Gemeindeleiter der Pfarrei Sulgen und Leiter der Projektgruppe. Flankiert wurde diese Arbeit von einer Begleitgruppe, den beiden Fachgruppen Erwachsenenbildung sowie Jugend und junge Erwachsene und der Arbeitsgruppe Kirchenvorsteherschaften. Die Bistumsleitung hat das eingereichte Konzept zwischenzeitlich genehmigt. Mit der Freistellung des Weinfelder Pfarradministrators Josef Wiedemeier Mitte November entstand allerdings eine neue Situation, zumal zu diesem Zeitpunkt auch klar war, dass Pater George Kuruvila nur noch bis August 2018 die Pfarrei in Berg leiten wird. Es stand die Frage im Raum, die Bildung des Pastoralraumes zu verschieben. «Wir entschieden uns gegen diese Lösung, da die Vorbereitungen schon zu weit fortgeschritten waren», so Kohlbrenner.

Erste Ideen

Die drei Pfarreien, die bald den fünften Pastoralraum im Thurgau bilden, könnten von ihrer Struktur und Prägung her nicht unterschiedlicher sein. «Das war sicherlich ein Grund dafür, dass das Bistum bei uns den Organisationstyp A genehmigt hat. Dies ist eigentlich selten der Fall», meint Martin Kohlbrenner. Bei diesem Typ behalten die einzelnen Pfarreien ihre eigene Leitung. Ein kleines Team, das sich aus den Gemeindeleitenden und Strategieverantwortlichen zusammensetzt, leitet darüber hinaus die Angelegenheiten im Pastoralraum.

Kooperationen unter den drei Pfarreien sollen später einmal in den Bereichen Diakonie, Erwachsenenbildung, Sakramentenkatechese, Gemeinschaftsbildung und Jugend/Junge Erwachsene stattfinden. «Am einfachsten könnten man die Zusammenarbeit im Bereich Erwachsenenbildung beginnen, indem man ein gemeinsames Bildungsprogramm zusammenstellt», sagt Kohlbrenner. Im Bereich Diakonie habe man auch schon Ideen wie ein Trauercafé oder eine Seniorenfreizeit für alle drei Pfarreien angedacht. Angesichts der grossen Bedeutung der jungen Generation wäre auch eine übergreifende offene Jugendarbeit ein vordringliches Ziel.

Klar ist für Martin Kohlbrenner, dass die üblichen Gottesdienste weiterhin an allen Orten angeboten werden müssen: «Die Wege zwischen den Gemeinden sind zu lang.»

Eigenes Profil

Ziel des pastoralen Entwicklungsplans ist es nicht nur, die Zusammenarbeit unter Pfarreien zu fördern, sondern auch deren Profil zu schärfen und besondere Angebote weiterzuentwickeln. Diese können dann allen Interessierten im Pastoralraum zugutekommen. In der Konzeption des neuen Pastoralraumes sind solche besonderen Pfarreiangebote hervorgehoben: In Berg ist das z. B. die Kleinkinderarbeit, in Sulgen kulturelle und religiöse Veranstaltungen in der Kapelle Heldswil und in Weinfelden die Taizé-Gottesdienste.

Die Vorteile eines Pastoralraumes sieht Martin Kohlbrenner in Synergieeffekten – es müssen nicht mehr alle alles machen – und im grösseren Angebot. Aber er weiss auch, dass die Koordination auf der übergeordneten Ebene viel Zeit und Energie beansprucht, die dann in der eigenen Pfarrei fehlt. Dieser Verlagerung möchte er bewusst entgegenwirken. Nach seiner Eröffnung wird der Pastoralraum Thurgau Mitte zunächst mit angezogener Handbremse starten. «Zunächst muss die personelle Situation geklärt werden», sagt Martin Kohlbrenner. Er möchte auch die Erwartungen an den neuen Pastoralraum nicht zu hoch stecken: «Die Pfarreimitglieder müssen sich erst kennenlernen, es wird Rückschläge geben, die aufgefangen werden müssen. Das braucht Zeit.» Der Theologe möchte sich und den anderen Beteiligten mehrere Jahre Zeit geben, um die vereinbarten Kooperationsvereinbarungen in Ruhe umzusetzen.

Detlef Kissner

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Feierlichkeiten

Anlässlich der Pastoralraumeröffnung findet am 19. Januar in Weinfelden ein Konzert statt. Die offizielle Eröffnung erfolgt am 21. Januar in einem Festgottesdienst in Sulgen mit anschliessendem Mittagessen und Festprogramm in Berg.

■ Nähere Angaben unter «Veranstaltungen»

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Die drei Pfarreien Berg (v. l.), Sulgen und Weinfelden mit ihren Kirchen wollen sich näherkommen.

Bild: zVg/Collage ADUR Werbung AG
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