Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Aktuelle Ausgabe Nr. 23

Weihnachten auf Polnisch

Adventszeit und Weihnachtstraditionen in Polen

Jeder Christ auf der Welt kennt die aufregende Zeit mit dem Weihnachtskranz an der Tür und den vier Adventskerzen, derenLicht Geborgenheit und Wärme hervorrufen. Weihnachten riecht nach feinstem Essen und die Weihnachtslieder erfreuen unsere Herzen. In den meisten Ländern gehören der geschmückte Baum, tolle Geschenke und Familientreffen dazu. In Polen sind diese Traditionen ebenfalls verbreitet, doch es werden noch viele weitere Bräuche und Gewohnheiten gepflegt.

Advent, lateinisch für Ankunft, ist die Zeit der Vorbereitung auf den Herrn. In Polen sagt man, dass alle gemeinsam mit Maria in «fröhlicher Erwartung» sind. In Polens Nordosten wird der Adventsbeginn mit einem langen Holzhorn signalisiert. Ab diesem Moment sollen sich Menschen spirituell vorbereiten, fasten und beten. Fortan darf auch nicht mehr laut gefeiert werden. In der Kirche besuchen die Leute früh morgens die beliebten Rorate.

Durch die westlichen Dörfer Polens zogen früher in der Adventszeit lustige Sternsinger von Haus zu Haus. Die Verkleideten erlaubten sich verschiedene Streiche. Kindern, die kein Gebet auswendig kannten, schwärzte man die Gesichter mit Russ oder sie wurden gar mit der Rute gestraft. Den anderen schenkte man Süssigkeiten, welche nachher am Weihnachtsbaum aufgehängt wurden. Die Maskerade wurde von den Leuten jeweils mit Kleingeld entlohnt. Heute sind eher die Weihnachtsmusikanten bekannt, welche eine selbstgebaute und schön beleuchtete Krippe mit allen Krippenfiguren mit sich tragen.

Heiliger Abend

Der 24. Dezember ist in der polnischen Kultur sehr wichtig und wird entsprechend vorbereitet. Am Festtisch wird stets ein zusätzlicher Platz für einen unerwarteten Gast frei gehalten, der vielleicht noch auftaucht und der genauso behandelt werden soll wie alle anderen Gäste. Unter dem weissen Tischtuch findet man Heu, als Symbol für Demut und Gemeinschaft mit der Heiligen Familie, die im Tierstall hauste. Das älteste Familienmitglied liest jeweils die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor, bevor die Oblate mit besten Wünschen geteilt wird. Sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist, fängt das Festessen an. Es gibt kein Fleisch, aber dafür darf man dann auch zwölf verschiedene Speisen verkosten. Je nach Region variieren die servierten Speisen. Traditionell wird aber Fisch, meistens Hering und Karpfen, Borschtsch, Sauerkraut und Pirogen mit Pilzfüllung aufgetischt. Ausserdem dürfen die Süss speisen mit Waldbeeren und Nüssen, Kleingebäck und Kompott aus getrockneten Früchten nicht fehlen. Seit Generationen wird die Messe um Mitternacht vom 24. auf 25. Dezember als sehr wichtig betrachtet. Mindestens eine Person der Tischgesellschaft sollte in die Kirche gehen, um den neugeborenen Retter freudig zu begrüssen.

Besuchszeit

Laut kanonischem Recht (Can. 529 §1) sollen die Pfarrer in das Leben der Gläubigen involviert sein, um deren Alltagssorgen besser zu verstehen und entsprechende Unterstützung anbieten zu können. Deswegen besuchen die polnischen Priester jedes Jahr in der Weihnachtszeit, meistens abends im Januar, alle ihnen zugeordneten Haushalte. An der Sonntagsmesse oder im Internet wird jeweils angekündigt, wo und wann der Geistliche jeweils unterwegs ist. Der Pfarrer sieht auf diese Weise, wie seine Gemeindemitglieder leben, und er gibt so auch jedem die Gelegenheit, persönlich mit ihm zu sprechen. Bei den Besuchen segnet er die Wohnung mitsamt den Bewohnern und betet anschliessend mit ihnen. Das alles dauert normalerweise 15 bis 30 Minuten. Je nach Absprache kann der Geistliche aber auch länger bleiben oder er wird gar zum Abendessen eingeladen. Ein Riesenaufwand, der aber Früchte trägt und dem Gemeindezusammenhalt dient. Ganz im Sinn des apostolischen Auftrags: Die Hirten sollen den Schäfchen nahe sein.

Text & Übersetzung: Monika Freund Schoch

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Radosne oczekiwanie

Adwent i Boże Narodzenie po polsku

Adwent to wyjątkowy czas, w którym jak Maryja, radośnie oczekujemy przyjścia na świat Zbawiciela. Jako Polacy chętnie podkreślamy unikalny charakter naszych wielopokoleniowych tradycji bożonarodzeniowych. Co jest w tych obrzędach naprawdę wyjątkowe?

Dawniej na Podlasiu początek adwentu ogłaszano na długich, drewnianych trąbach, tzw. ligawach. Był to sygnał rozpoczęcia postu i przygotowań, zarówno w wymiarze duchowym, jak i praktycznym. Ale nie koniecznie musi być smutno i posępnie. Na Kaszubach i Pomorzu po wiejskich domostwach chodzili przebierańcy zwani gwiazdorami, którzy pozwalali sobie na różne figle z mieszkańcami. Dzieci, które nie umiały pacierza, były przez nich karane rózgą lub smarowano im twarze sadzą. Pozostałe obdarowywano słodyczami. Całą maskaradę wynagradzali drobnymi datkami gospodarze. Dziś znamy już jedynie mieszczański zwyczaj kolędników z pięknie oświetloną latararenkami ręcznie wykonaną szopką bożonarodzeniową. Takie grupy ulicznych muzykanów i przebierańców są jednak znane prawie na całym świecie – to nie jest więc naszą specjalnością...

Znamienny w polskiej kulturze jest wieczór wigilijny. Dzielenie się opłatkiem, puste miejsce przy stole dla nieoczekiwanego gościa, a przede wszystkim bezmięsna wieczerza z dwunastoma potrawami wyróżniają się na tle innych narodów.

W okresie świątecznym wszyscy chrześcijanie odwiedzają bliskich i przyjmują gości w swoich domach. Polakom składa jednak wizytę również duszpasterz. Jedynie w Polsce księża osobiście przychodzą do wiernych, by pobłogosławić im na Nowy Rok oraz poznać bieżące potrzeby. To wielki wysiłek, który przynosi obustronne korzyści duchowe i buduje prawdziwą wspólnotę. Z powodu tego szczególnego zwyczaju możemy być naprawdę dumni, gdyż ma niocenioną wartość moralną i jest po prostu niepowtarzalny.

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Kirche ohne Grenzen 2017

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Polnisches Festessen am Heiligen Abend

Bild: Monika Freund Schoch
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