Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 15

«Botschafter für die Schöpfung Gottes sein»

Das Projekt «Bibelgarten» in der Pfarrei Heilig Geist in Hünenberg ZG realisiert

Der gelernte Landschaftsgärtner und studierte Religionspädagoge Dominik Isch erzählt Kirche ohne Grenzen über den von ihm konzipierten und angelegten «Bibelgarten». Ein gemeinschaftsübergreifendes Pfarreiprojekt, das für die Achtung von Gottes Schöpfung sensibilisieren soll. Über ein Dutzend Pflanzen bereichern den Kirchenvorplatz, laden zum Pflegen, Ernten, Meditieren und Begehen ein.

Was muss man sich unter einem «Bibelgarten» vorstellen?

Pflanzen und Kräuter werden in der Bibel oft erwähnt. Die meisten Pflanzen, von denen die Rede ist, hatten eine wichtige Bedeutung für die Menschen jener Zeit, sei es als Lebensmittel, als Heilmittel oder für kultische Zwecke. Aus ihrer Erwähnung kann man darum auch auf die Kultur und Lebensweise der Bevölkerung Israels in biblischer Zeit schliessen. Im «Bibelgarten» finden sich Pflanzen, welche in der Bibel vorkommen – im Alten oder im Neuen Testament. Er wurde nach einem akribisch vorbereiteten Gartenkonzept angelegt, ist begehbar, und jedes einzelne Gewächs ist mit dem lateinischen sowie dem deutschen Namen und einer passenden Bibelstelle beschriftet.

Wie ist dieser «Bibelgarten» gestaltet?
Und was ist sein Sinn und Zweck?

Wir möchten mit so einem Garten auf unserem Pfarreigelände die Pflanzen der Bibel näher kennenlernen und ein Stück «Paradies auf Erden» als generationenübergreifendes Gemeinschaftsprojekt in Hünenberg hegen und pflegen. Es soll ein langfristiges Projekt sein und von Schulklassen, Jugendlichen aus den Jugendgruppen und -verbänden, sowie den Pfarreiangehörigen jeglichen Alters betreut werden. Der Schaugarten ist zudem der Allgemeinheit öffentlich zugänglich und darf natürlich auch von allen geerntet werden – was sogar rege getan wird. Der Vorteil ist, dass der «Bibelgarten» mitten im Dorf, vis-à-vis vom Gemeindesaal, angelegt ist und somit gut sicht- und begehbar für alle ist.

Dieses Projekt scheint Ihnen sehr am Herzen zu liegen. Haben Sie einen besonderen Bezug zur Natur und den biblischen Pflanzen?

Als Erstberuf lernte ich Landschaftsgärtner. Anschliessend habe ich Religionspädagogik studiert und arbeite nunmehr seit einigen Jahren auf diesem Beruf. Die Arbeit in und mit der Natur ist aber meine Leidenschaft geblieben, und so verbringe ich in meiner Freizeit sehr viel und gerne Zeit mit Gartenarbeit. Die Schöpfung Gottes liegt mir daher aus zweierlei Sicht besonders am Herzen. Dass ich nun beide Berufe in so einem Pfarreiprojekt verbinden kann, ist etwas Schönes. Wir haben, so steht es im Buch Genesis, als Menschen eine Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Daher verstehe ich mich gerne auch als Anwalt und Botschafter von Gottes Schöpfung. Es geht mir aber mit diesem Projekt nicht nur darum, etwas Schönes für die Augen zu kreieren, sondern auch die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu sensibilisieren und auf kreative, handwerkliche Weise an die Schöpfung heranzuführen und ihnen deren Wert näherzubringen. Bis jetzt klappt dieses Projekt sehr gut und wird von allen Passanten wertschätzend behandelt. Der Garten wird spontan gepflegt – also etwa Unkraut entfernen – und es wird gerne geerntet.

Braucht es eine Fachperson, um einen solchen Garten anzulegen?

Man muss nicht zwingend Landschaftsgärtner gelernt haben, um einen «Bibelgarten» zu realisieren. Allerdings benötigt es dennoch einiges Fachwissen, auch wenn man sich dieses durch eine persönliche Leidenschaft angeeignet hat. Denn damit ein solcher Garten auch gut und langfristig gedeiht, braucht es zwingend ein artgerechtes Konzept. Die biblischen Pflanzen sind nicht alle wintertauglich, einige brauchen zudem mehr Sonne oder Schatten als andere. Einige vertragen sich nicht neben anderen Gattungen usw. Dies muss durchaus beachtet werden, und daher kann man nicht willkürlich nach Lust und Laune, planlos eine Pflanze neben die andere setzen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Interview: Romina Monferrini
Übersetzung: Stefanie Blaser

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«An ambassador for the creation of God»

The «Bible garde»-project in Hünenberg

The former landscape gardener and now catechist Dominik Isch spoke to Kirche ohne Grenzen about the planning and realization of his «Bible garden»-project in the catholic parish Heilig Geist Hünenberg/ZG.
It is a project that wants to sensitize the people for the dignity of God’s creation.


What is a «Bible garden»?
How does it look like?

The Bible often mentions plants and herbs. Most of them have had an im - portant meaning to the people at this time. They were food, they were used for cultic purposes or as medicine. These plants and herbs tell us a lot about the culture and the way of living of the Israelites. In a «Bible garden» you can find all those plants and herbs that are mentioned in the Old Testament and the New Testament. It has taken me a lot of planning but now you can have a walk through the «Bible garden» and will find all the plants and herbs marked with their latin and german names and with a passage from the Bible.

How did you design/arrange the «Bible garden»?
What is its purpose?

We would like to give everyone the possibility to come to our parish grounds to visit the «Bible garden» and learn about those plants and herbs from the Old Testament and the New Testament. The «Bible garden»-project is something for young and old, families or singles, schools, clubs or companies to visit and also something that we hope will endure and last for generations. We would like to encourage the people of our parish to help us to nourish and cherish the «Bible garden» and they are invited to come and pick some herbs for example. We like to see it as a piece of «Paradise on earth».

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Kirche ohne Grenzen 2017

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Dominik Isch möchte bei Jugendlichen die Freude für Gottes Schöpfung wecken.

Bild: Romina Monferrini
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