Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 10

Alles andere als alltäglich

Frauenbund verleiht erstmals Auszeichnung

Als Zeichen besonderer Wertschätzung rief der Thurgauische Katholische Frauenbund TKF letztes Jahr eine eigene Auszeichnung ins Leben: den TKF-Award. Bei der diesjährigen Generalversammlung wurde der Award erstmals drei Frauengemeinschaften für ihre Projekte verliehen.

Es war bis zum Schluss ein gut gehütetes Geheimnis, wer nun den TKF-Award erhält. Auch die Gewinnerinnen erfuhren erst an der Generalversammlung von ihrem Glück. Marie-Christine Gisler, die Präsidentin des TKF, überreichte ihnen jeweils eine Trophäe in Form einer kleinen Frauenfigur zusammen mit einem Preisgeld von 500 bis 1000 Franken.

Der dritte Preis wurde der Frauengemeinschaft St. Stefan Amriswil verliehen, die das Projekt «Adventskranzen» eingereicht hatte. Bereits seit neun Jahren kranzen dort rund 30 Frauen jeweils eine Woche lang für einen guten Zweck. Auf Platz zwei kam die Frauengemeinschaft St. Johannes Weinfelden. Ihre Mitglieder hatten anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums die Idee, Decken für Familien mit Neugeborenen zu «lismen». Die Eltern waren eingeladen, sich eine auszusuchen. Mit diesem Geschenk wurde eine Brücke von der Frauengemeinschaft zu den jungen Familien geschlagen. Platz eins eroberte das Projekt «Herzkissen» (vgl. forumKirche 2016/19). Die Frauengemeinschaft St. Anna Frauenfeld stellte in liebevoller Handarbeit Kissen in Form eines Herzen dar. Diese wurden an Frauen verschenkt, die an Brustkrebs erkrankt sind.

Wertschätzung

«Die Frauen haben sich gefreut und voller Stolz ihre Preise entgegengenommen», stellt Marie-Christine Gisler rückblickend fest. Genau dies hatte der Vorstand des TKF auch mit der Einführung des Awards erreichen wollen: Die einzelnen Gemeinschaften sollten merken, dass ihre Arbeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird. «Wir wollen sie dadurch motivieren, ihr ehrenamtliches Engagement mit Freude weiterzuführen», erklärt die 25-Jährige. Allerdings brauchte es zu Beginn einiges an Überzeugungsarbeit. Die Frauen hätten zunächst skeptisch auf die Aufforderung reagiert, sich für den Award zu bewerben, so Gisler: «Sie hatten das Gefühl, dass ihre Projekte zu alltäglich sind, nicht gut genug, um präsentiert zu werden.» Doch nach klärenden Gesprächen und Ermutigungen gingen schliesslich zehn Bewerbungen ein – «Projekte ganz unterschiedlicher Art und alles andere als alltäglich», findet die Präsidentin des TKF.

Prominent besetzte Jury

Die Jury, die die Preisträgerinnen auszuwählen hatte, stand vor keiner leichten Aufgabe. Ihr gehörten unter anderem Ständerätin Brigitte Häberli-Koller und Regierungsrätin Carmen Haag an. «Um einen vielfältigen Blick auf die Projekt zu gewährleisten, war es uns wichtig, dass dieses Gremium mit Frauen aus ganz unterschiedlichen Berufszweigen besetzt ist», erklärt Marie-Christine Gisler. Für die Auswahl der Gewinner wurden keine konkreten Kriterien vorgegeben. Entscheidend war nur, dass die Projekte Frauen oder Familien zugutekommen, dass sie der Gemeinschaft dienen und gemeinschaftlich erarbeitet wurden.

Für den ersten TKF-Award hatten sich ausschliesslich Frauengemeinschaften beworben. Zum TKF gehören aber auch viele Einzelmitglieder. Die Präsidentin würde sich freuen, wenn künftig auch aus diesem Kreis Projekte eingebracht werden würden.

Erst der Beginn

Die kleinen Frauenskulpturen, die den Preisträgerinnen überreicht wurden, werden mit Sicherheit nicht im Schrank verschwinden. Die Gewinnerinnen hätten schon überlegt, wie sie ihren Preis ausstellen könnten, weiss Marie-Christine Gisler. «Die Vertreterinnen der Frauengemeinschaft Frauenfeld werden ihn zum nächsten Treffen mitnehmen, um ihn allen Helferinnen zu zeigen.» Auch die Preisgelder werden ihrer Ansicht nach sinnvoll eingesetzt. Die einen möchten damit alle, die am Projekt beteiligt sind, als Dank zu einem gemeinsamen Nachtessen einladen. «Andere werden damit vielleicht Material für ihr Projekt einkaufen oder ein neues Projekt beginnen», sagt Gisler. Die Verleihung des TKF-Awards soll nächstes Jahr auf jeden Fall fortgeführt werden. Auf der Generalversammlung wurde schon kräftig dafür geworben, dass viele ihre Projekte anmelden. Bis dahin haben die putzigen Trophäen vielleicht auch schon einen einprägsamen Namen bekommen.

Detlef Kissner

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Die drei Siegerskulpturen wurden von Eva Engeler aus Müllheim gestaltet.

Bild: Marie-Christine Gisler
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