Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 10

«Du bist der Auserwählte!»

Ein junger Schweizer kroatischer Herkunft als Gardist im Vatikan

Wie viele junge Schweizer absolviert Ivan Šarić (26) im Jahre 2011 seinen Militärdienst. Als ihn sein Vater auf die Schweizergarde aufmerksam macht, lehnt er diese Option zunächst ab. Doch dann entscheidet er sich doch für diesen Weg: Im Februar 2012 tritt er der Schweizergarde bei und lebt als Gardist für dreieinhalb Jahre im Vatikan.

Ivan Šarić, wie kam der Entscheid zustande, zur Schweizergarde zu gehen?

Eigentlich kam es für mich nie in Frage, solch eine Aufgabe zu übernehmen. Weshalb ich mich dann doch entschloss, mit zwei ehemaligen Gardisten über ihre Zeit im Vatikan zu sprechen, weiss ich auch nicht genau. Ich wollte mich selbst und meine Familie stolz machen. Ich musste zunächst in Neuhausen (SH) und dann in Luzern an ein Aufnahmegespräch gehen. Danach wusste ich, dass genau die Schweizergarde der nächste Schritt war. Ich wollte unbedingt als erst dritter Kroate in die Garde aufgenommen werden und als einer der 110 Soldaten den Papst beschützen und ihm dienen.

Welche Voraussetzungen muss man haben, um diese Aufgabe übernehmen zu können?

Es ist eine grosse Ehre, den Papst beschützen zu dürfen. Als am 6. Mai 1527, während dem «Sacco di Roma» (Plünderung Roms und des Kirchenstaates; Anm. d. Red.), 147 Schweizer Gardisten ihr Leben für den Schutz des damaligen Papstes opferten und 42 weitere ihn vor seinem sicheren Tod auf die Engelsburg retteten, war klar: Nur Schweizer können Gardisten sein. Auch heute noch ist die Selektion gründlich. Ein Gardist muss römisch-katholisch, ledig, mindestens 1.74 Meter gross, zwischen 19 und 30 Jahre alt und natürlich Schweizer Bürger sein. Wer keine abgeschlossene Lehre oder Matura hat, hat keine Chance, aufgenommen zu werden.

Was war das Eindrücklichste, das Sie während Ihrer Zeit im Vatikan erleben durften?

Wir Hellebardiere hatten stets eine Arbeitswoche von sechs Tagen, wonach drei dienstfreie Tage folgten. Einmal begab sich meine Abteilung während diesen drei Tagen in ein Exerzitium, während welchem wir beteten und uns auch alleine mit unserem Glauben beschäftigten. Kurz vor der Messe, wendete sich der Bruder, der uns begleitete, Bruder Johannes Maria Lechner, an mich und meinte: «Du bist der Auserwählte!» Ein bisschen verwirrt schaute ich ihn an, bis ich merkte, dass er damit meinte, ich solle die Lesung übernehmen. Da ich mich aber seit einer Pilgerfahrt ins Heilige Land mit sieben anderen Gardisten im Frühling 2013 intensiver mit meinem Glauben auseinandergesetzt hatte, dachte ich, er meine, ich hätte die Berufung, Priester zu werden. Dieser Moment beschäftigte mich so sehr, dass ich meine innere Ruhe erst wiederfand, als ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz beschloss, meinen neuen Lebensweg als Gottesdiener zu beginnen.

Wie sieht Ihr weiterer Lebensweg aus?

Meine Idole sind jene Priester, welche mit grosser Liebe für den Glauben andere ebenfalls davon überzeugen können. Ich hoffe, dass ich dies auch eines Tages machen kann, weil sich momentan viele junge Leute von der Kirche abwenden. Im Moment bin ich an meinem Theologiestudium in Lantershofen in Deutschland. Danach ist es mein Wunsch, in die Schweiz zurückzukehren und einer Gemeinde als Pastoralassistent, Diakon und dann als Pfarrer zu dienen.

Herzlichen Dank für das Interview!
Interview & Übersetzung: Katarina Dujmović

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«Vječni čuvar vjere»

Mladi Švicarac hrvatskog podrijetla govori kako je služio kao član Papine garde u Vatikanu

Kao i svaki drugi punoljetni mladi Švicarac, Ivan Šarić (26) je 2011. odslužio svoj polugodišnji rok u Švicarskoj vojsci. Za vrijeme vojnog roka tokom jednog posjeta obitelji u Wilu (St. Gallen), otac ga je upitao, zašto se nebi upisao u Papinu gardu, kada ga je vojska tako dobro krenula. Bez puno razmišljanja Ivan je odbio taj prijedlog, ali ga mu je ipak ostao u mislima. Tako je jedne večeri, hodajući kroz hodnik vojarne ugledao letak o Papinoj gardi, ne sluteći koliko će baš taj letak utjecati na njegov daljni život. U veljači 2012. Ivan je otputovao u Vatikan, gdje je proveo tri i pol godine služeći u Papinoj gardi i pronalazeći potpuno nove oblike vjere.

«Nije lako biti primljen u Papinu gardu. Kriteriji su strogi a posao dosta težak, moraš znati biti uporan», objašnjava Ivan prisjećajući se rado provedenog vremena u Vatikanu.

No ono što je zaista promijenilo njegov životni put, bio je odlazak na duhovne vježbe s ostalima vojnicima iz iste postrojbe Papine garde. Tokom trodnevnog odmora od vojničkih dužnosti, za vrijeme duhovnih vježbi čitao je, sudjelovao na sv. Misama i molio. U jednom trenutku brat Johannes Maria Lechner prišao mu je i rekao: «Ti si odabranik!» «U prvom trenu bio sam potpuno izgubljen, jer nisam znao što je htio reći time» priča Ivan, koji je nakon odlaska u Svetu zemlju s nekoliko drugih gardista počeo intenzivnije razmišljati o vjeri i čitati Sveto pismo. Tek poslije je, kaže, shvatio da je Lechner svojom izjavom samo mislio, da bi Ivan trebao preuzeti čitanje toga dana. Ipak je taj trenutak bio jedan od odlučujućih, jer je nakon povratka kući bivši Papin gardist odlučio postati svećenik i započeo je studij Teologije u Lantershofenu u Njemačkoj.

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Ivan Šarić: «Es war ein innerer Drang, den ich verspürte – und dem ich Folge leistete.»

Bild: Katarina Dujmović
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