Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 6

«In Polen kennt der Priester seine Schäfchen»

Missionar hat seine «Probezeit» hinter sich

Seit Beginn dieses Jahres begegnet man in der Missione Cattolica di Lingua Italiana (MCLI) Kreuzlingen-Romanshorn-Arbon dem neuen Missionar Pater Marek Kluk (46). Dass ein polnisch stämmiger Priester in einer italienischen Mission tätig ist, gab es bisher im Kanton Thurgau noch nie. Deshalb traf sich Kirche ohne Grenzen mit dem jungen Priester und wollte wissen, wie es dazu kam. Pater Marek Kluk gibt Auskunft zum Entscheid des Bischofs und berichtet von seinen ersten Erfahrungen, Begegnungen und künftigen Zielen.

Pater Marek Kluk, warum hat der Bischof entschieden, einen Priester, der aus Polen stammt, in die italienische Mission in der Schweiz zu schicken?

Ich bin Priester für die Kongregation der Redemptoristen. Diese sind bekanntlich überall auf der Welt vertreten wie viele andere Gemeinschaften und Orden auch. In Kreuzlingen gibt es ein Niederlassungshaus mit mehreren Priestern der Redemptoristen. Bischof Felix vom Bistum Basel hat schliesslich, als die Stelle vakant wurde, bei den Redemptoristen in Polen nachgefragt, ob sie nicht jemanden nach Kreuzlingen schicken könnten, der fähig ist, die MCLI zu leiten und voranzutreiben.

Warum hat er gerade Sie hierher geschickt?

Meine ersten Jahre nach dem Eintritt bei den Redemptoristen verbrachte ich in Italien. Dort absolvierte ich mein Theologiestudium, knüpfte diverse religiöse und kirchliche Kontakte, lernte die italienische Mentalität, Frömmigkeit, Kultur und Pastoral kennen. Das hat mich sehr geprägt. Auch als ich nach ein paar Jahren wieder zurück in Polen war, hielt ich all die vielen Verbindungen zur italienischen Kirche und Sprache aufrecht. Jedes Mal, wenn ich in Polen «Ferien» hatte, reiste ich nach Italien, um dort meinen italienischen Mitbrüdern tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Wie ist es für Sie als polnischer Priester hier in einem fremden Land und erst noch in einer fremden Mission tätig zu sein?

Für mich ist das eine neue Erfahrung. Ich war vorher noch nie in der Schweiz. Alles ist demnach absolut neu für mich, aber ich bin voller Optimismus und freue mich auf alles was mich erwartet. Viel Unterstützung erhalte ich durch meine schweizerischen Mitbrüder, welche mich mit viel Herzlichkeit aufgenommen haben und mich auch gut in alles typisch «Schweizerische» einführen. Unsere liebe Sekretärin von der MCLI ist mir dabei ebenfalls eine unersetzliche Hilfe.

Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den beiden Nationalitäten Polen und Schweiz bezüglich Glaube und Kirche?

Der grösste Unterschied ist der Priestermangel, den man in Polen – Gott sei Dank – noch nicht in solch einem Ausmass spürt wie hier in der Schweiz. Dort kann man sich nicht vorstellen, dass es Pfarreien ohne einen Priester gibt. In Polen hat der Priester einen guten Überblick über seine «Schäfchen» und kann dadurch auch eine gezielte und vertiefte Beziehung aufbauen. Was hier, wo ich nun für Gläubige mehrerer Ortschaften zuständig bin, ein organisatorisches Umdenken erfordert. Dort ist alles eher noch priesterzentriert, hier in der Schweiz jedoch sind auch die Laien explizit aufgefordert, sich aktiv am kirchlichen Geschehen zu beteiligen und «ihre» Kirche ebenfalls mitzutragen.

Welche Ziele haben Sie für die Zusammenarbeit mit den Schweizer Pfarreien vor Ort?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zuallererst klar benennen, dass es einen Unterschied gibt zwischen den Leuten in der Mission, welche noch in Italien geboren wurden und als Migranten hierher kamen und jenen, die bereits in der Schweiz auf die Welt kamen und aufgewachsen sind. Das hat einen Einfluss darauf, wie ich eine Kooperation mit den Schweizer Pfarreien umsetzen kann und werde. Das primäre Ziel meiner Arbeit sehe ich darin, Räume zu schaffen, welche wahre Glaubenserfahrungen ermöglichen, wo sich der persönliche Glaube jedes einzelnen vertiefen, festigen und auch weiterentwickeln kann. Das ist ein Ziel, denke ich, das sich aufgrund der Inkulturation der zweiten und dritten Generation, auch gut mit den Zielen der Schweizer Pfarreien verbinden lässt. Gewiss könnte man auf dieser Ebene Synergien nutzen. Wie die Aussehen werden, wird sich in den nächsten Monaten erst zeigen und hoffentlich auch entwickeln.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Interview & Übersetzung: Romina Monferrini

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Forti e gioiosi nella Fede

Il nuovo Missionario Italiano della MCLI Kreuzlingen-Romanshorn-Arbon

Padre Marek Kluk, da quando siete nella MCLI Kreuzlingen-Romanshorn-Arbon?

Dal 1 gennaio 2017 sono il nuovo Missionario della Missione Cattolica di Lingua Italiana Kreuzlingen-Romanshorn-Arbon. Sono un prete polacco, che appartiene alla Congregazione dei Redentoristo, che dopo sedici anni di servizio pastorale in Polonia sono venuto in Svizzera a servire i fedeli della lingua italiana.

Come volete «guidare» la MCLI? Quali cambiamenti avete in programma? Qual`è il cambiamento prossimo/primo?

«Forti nella fede, gioiosi nella fede, ardenti di carità, infuocati di zelo, con cuore umile e perseverante nella preghiera.» Ho citato numero 20 della nostra Costituzione perché credo che in parte la risposta si trova proprio qua. Il mio atteggiamento attuale è quello di ascoltare: ascoltare la gente, ascoltare diversi gruppi, organizzazioni, rappresentanti ecc. Prima di fare i cambiamenti vorrei avere una visione completa del funzionamento della Missione. Se tutto va bene… tiriamo avanti. Se qualcosa è da cambiare, da modificare… senz’altro lo faremo insieme. Per fortuna nelle prime settimane del mio servizio qui ho potuto partecipare ai ritiri organizzati dal Coordinatore nazionale per i Missionari di lingua italiana in tutta Svizzera che si sono svolti in gennaio in Italia. Così avevo la possibilità di conoscere i miei colleghi, discutere e scambiare insieme le loro esperienze. È stato per me un grande aiuto. Comincio questa nuova tappa della mia vita sacerdotale con piena gioia, fiducia e ottimismo. Spero che, con gli incontri di preghiera, le celebrazioni eucaristiche e i momenti di fraternità, riusciremo insieme a scoprire la presenza di Dio in mezzo a noi e nella nostra vita che troverà la sua espressione nella reciproca comprensione e collaborazione.

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Kirche ohne Grenzen 2017

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Zuallererst will Pater Marek Kluk alle Gruppierungen und die in der Mission tätigen Gläubigen kennenlernen, bevor er Entscheidungen über Veränderungen treffen wird.

Bild: zVg
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