Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
forumKirche
Ausgabe Nr. 16

«Die Heiligen Mauritius, Antonius und Monika waren Afrikaner»

In St. Maurice (VS) treffen sich jährlich afrikanische Christen unterschiedlicher Konfessionen zur Wallfahrt

Afrika hat zahlreiche Heilige. Sie sind nicht nur ein Zeichen für die weltweite Dimension der Kirche, sondern stellen für afrikanische Christen auch ein Stück Heimat dar. Jährlich treffen sie sich auf einer Wallfahrt nach St. Maurice/ VS. Ein Interview mit Sr. Catherine Jerusalem.

Fabiola Santi Lopez-Bocanegra: Sr. Catherine Jerusalem, Sie leben und wirken in St. Maurice. Wie kamen Sie mit der Wallfahrt der afrikanischen Christen in Kontakt?

Sr. Catherine Jerusalem: Ich bin zu 20% von der Abtei beauftragt, die Gruppenführungen für archäologische Ausgrabungen und den Kirchenschatz zu organisieren. Daneben halte ich einen Plan laufend «à jour», was die Wallfahrten und die Besetzung der Basilika angelangt. So wurde ich auch eingeladen, an der Komitee-Sitzung dieser Wallfahrt teilzunehmen. Lanciert wurde die Wallfahrt über Missio Freiburg und die Weissen Väter daselbst.

Wer sind die «Weissen Väter»?

Eine Gemeinschaft von Brüdern und Priestern, die 1868 vom damaligen Erzbischof von Algier für die Afrikamission gegründet wurde. Die Mitglieder sollen sich in Sprache und Kleidung den Menschen anpassen, ihre Kultur respektieren und eine bodenständige Kirche aufzubauen. Ihr Name leitet sich von ihrem Ordensgewand (weis se, nordafrikanische Gandura und Burnus) ab und hat nichts mit irgendeiner Hautfarbe zu tun.

Welche Bedeutung hat die jährliche Veranstaltung der Feierlichkeiten in St. Maurice?

Wie bei jeder Wallfahrt ist vor allem die religiöse und spirituelle Seite von grosser Bedeutung. Das Wiederse hen, die Gemeinschaft, das Singen, das Tanzen sowie das gemeinsame Mittagessen sind für alle eine Wohltat. Zusammen wird dann vom Märtyrerfeld zur Basilika gepilgert, wo die Wallfahrt ihren Höhepunkt in der Eucharistiefeier findet. Dann singen die verschiedenen Chöre in Begleitung des Tamtam.

Vor allem die Gottesmutter Maria wird verehrt

Welche Rolle spielt der Glaube bei den Afrikanern?

Viele Afrikaner sind von Natur aus religiös. Der jetzige Bischof von Ouagadougou hat die katholische Kirche aufgefordert, sich einzusetzen, um als erste gegenwärtig zu sein und das Evangelium zu verkünden, weil ansonsten viele Afrikaner Gott anderswo suchen werden. Doch ich bin zuversichtlich: In Afrika wird der Sämann immer auf guten Boden seine Saat ausstreuen.

Die Heilige Idda, der Heilige Bruder Klaus oder der Heilige Antonius von Padua sind bekannte Persönlichkeiten unter den Heiligen in der Schweiz. Wie hat sich die Heiligenverehrung in Afrika entwickelt – welche Attribute haben die Heiligen Afrikas?

In Afrika wird vor allem und überall Maria, die Gottesmutter verehrt. Welche Heiligen weiter bekannt sind, welchem Land gewirkt haben. Sehr viele Afrikaner wissen nicht, dass der heilige Augustinus, die heilige Monika oder der heilige Mauritius Afrikaner waren.

Aufs Ganze gesehen spielt die Heiligenverehrung in Afrika aber keine sehr grosse Rolle. Die meisten Länder kennen das Christentum erst seit etwa 150 Jahren.

In der Kathedrale von Lomé die Melodien von Bach in Ewe

Sie selbst haben Afrika besucht. Können Sie uns ein besonderes Ereignis schildern? Einen Moment oder eine aussergewöhnliche Situation, in der Sie ins Staunen geraten sind?

Ich war mit meiner Generaloberin auf «Visitation» im Togo. Ich kenne unsere ersten afrikanischen Schwestern sehr gut, da ich mit fünf von ihnen als einzige «Weisse» das Noviziat gemacht habe. Gefreut hat mich in Lomé besonders die Tatsache, dass ich alle Kirchenlieder in Ewe, der lokalen Sprache in Togo, mitsingen konnte. Die deutschen Missionare hatten unsere Lieder kurz nach ihrer Ankunft in die einheimische Sprache übersetzt. In der Kathedrale von Lomé die Melodien von Bach in Ewe zu hören ist ein Erlebnis.

Gestaunt hab ich auch, als wir im Norden des Landes den Stamm «die Tamberman» besuchten und der Häuptling mir ihr Leben erklärt hat. Ich hatte das Gefühl, man erzählte mir die biblische Geschichte von Jakob und Laban. Wir wollten dann seine Fes tung besichtigen. Er wollte zuerst seinen Fetisch fragen: Dazu sollte er ein Huhn schlachten und dessen Blut über den Stein vor dem Eingang der Hütte leeren. Ich hab ihm dann erklärt, dass ich meinen Gott frage, habe ihm mein Kreuz gezeigt und erklärt, dass das bei uns ohne Blut geht. Er war dann sogar einverstanden und so konnten wir ohne Opfer die Umgebung besichtigen.

Besten Dank für das Interview!

Fabiola Santi-López Bocanegra

-----------------------------------------------------

L’église africaine fête sa communauté en Valois

Déjà dans la Bible on raconte le début du christianisme : un fonctionnaire de la reine « Candance » est baptisé. (Les Actes des apôtres 8,27)

Dès son début le christianisme était en dialogue avec des cultures différentes: on voulait exprimer le message de l’Evangile dans la langue et avec des symboles des peuples. Soeur Caterine Jeru salem parle de ses expériences et des rencontres annuelles des Africains à St. Maurice.

Tout a commencé avec une mission de mon abbaye. J’étais responsable d’un groupe chargé de découvertes archéologiques et de trésors de l’église. Je devais aussi m’occuper de la basilique. Ces devoirs m’ont rendu possible de participer à ce pèlerinage – organisé par « Missio » Freiburg et les « pères blancs » (MAfr). Comme avec chaque pèlerinage, le côté religieux et spirituel est de grande importance. Le revoir, la communauté, les chants, la danse et le repas commun sont un bienfait pour tous. Après on va en pèlerinage ensemble du champs des martyrs à la basilique où le pèlerinage arrive à son point culminant dans la célébration eucharistique, accompagnée par les chants de différents choeurs et des tam-tams.

En Afrique, Sainte Marie, la mère de Jésus, est vénérée partout et par chacun. Aussi des saints sont connus, dépendant de quels missionaires ont opéré dans quel pays. Beaucoup d’Africains ne savent pas que Saint Augustin, Sainte Monique et Saint Maurice étaient des Africains. La vénération de saints ne joue pas un grand rôle en Afrique. Dans la plupart des pays on ne connaît le christianisme que depuis 150 ans environ.

Enregistrement : Mike Qerkini
Traduction : Rudolf Gässlein

---------------------------------------------------------------

Albanisch: «Ohne Liebe werden Kinder aggressiv»

Kroatisch: Christus segne dieses Haus!

Italienisch: Die schönste Nonne muss weiter anonym bleiben

Spanisch: Spaniens Kirche und Lateinamerikas Religion

Albanisch: Lausche nach innen!

Kroatisch: Ganze Familien tanzen Folklore

Italienisch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Portugiesisch: Jedes Haus wurde vom Pfarrer gesegnet

Albanisch: Herzliche Einladung, verpackt in Kinderstimmen

Spanisch: «¡Un nuevo mundo se abrió para mí!»

Tamilisch: Schwarz bin ich, doch schön...

Italienisch: Eine Patenschaft für Kinder in Äthiopien

Albanisch/Spanisch: Eine bewusste Antwort

Kroatisch: Vier Tage zwischen Assisi, Collavakenza und La Verna

Malayalam: «Kulturelle Elemente aus Indien...»

Albanisch: «Zeichen für Integration und christliche Gemeinschaft»

Spanisch: «Ein Consiglio Pastorale hilft den Missionaren»

Portugiesisch: «Rosenkränze für eine bessere Welt»

Italienisch: «Seelsorge als echte Sorge um die Seele»

Kroatisch: «Eine Offenbarung des gleichen Glaubens»

Albanisch: Katedralja e Nënë Terezë dhe lindja e një shteti të ri

Türkisch: Ein Helfer in vielen schwierigen Situationen

Portugiesisch: Baumstamm auf dem Kirchplatz und ein voller Esstisch

------------------------------------------------------------------------

Kirche ohne Grenzen 2012

Kirche ohne Grenzen 2011

Kirche ohne Grenzen 2010

zurück zur Übersicht

Das Wiedersehen, die Gemeinschaft, das Singen, das Tanzen sowie das gemeinsame Mittagessen sind für alle eine Wohltat.
Die Basilika, in der die Wallfahrt ihren Höhepunkt in der Eucharistiefeier findet.
Mit Trommeln und anderen Musikinstrumenten wird die Eucharistiefeier festlich begleitet.
mime file icon Gottesdienstplan (34 KB)
Webdesign: dfp.ch | Umsetzung: chrisign gmbh