Pfarreiblatt der Bistumskantone
Schaffhausen und Thurgau
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Ausgabe Nr. 4

Editorial

Es geht turbulent zu in unserer Welt. Entwicklungen sind komplexer und undurchsichtiger geworden. Die Kriege in Syrien und der Ostukraine mit all ihren Verflechtungen, der unberechenbare Terror, die aufkommenden Flüchtlingsströme, die unübersehbaren Folgen des Klimawandels... hinterlassen nicht nur bei Experten und politisch Verantwortlichen eine gewisse Ratlosigkeit. In Zeiten grosser Umbrüche ist es wichtig, verlässliche Informationen zu erhalten. Wer verstehen, mitreden oder gar mitentscheiden möchte, ist auf klare Fakten angewiesen.

Die sozialen Netzwerke leisten in dieser Hinsicht durchaus wertvolle Beiträge. Dort, wo totalitäre Systeme nur eine Einheitsberichterstattung zulassen, kommt über Facebook und Co. immer wieder auch die andere Seite der Wirklichkeit ans Licht. Und in Kriegsgebieten sind sie oft die einzigen Quellen, über die Einzelheiten nach aussen dringen. Auf der anderen Seite bergen soziale Netzwerke aber auch Gefahren. Mit ihrer Hilfe lassen sich spielend leicht Falsch-Nachrichten verbreiten – so wie im Fall des syrischen Flüchtlings, dessen Foto – ursprünglich mit Kanzlerin Merkel zu sehen – neben Fahndungsfotos von Terroristen montiert wurde. Noch gravierender sind die Folgen, wenn man Nutzer von sozialen Netzwerken analysiert, um sie dann gezielt mit Falschmeldungen zu versorgen – wie offenbar im US-Wahlkampf geschehen.

Angesichts solcher Entwicklungen wächst die Bedeutung unabhängiger Medien, – Zeitungen, Radio- und Fernsehsender, die keinen Einzelinteressen verpflichtet sind und keinen Auflagezahlen und Einschaltquoten hinterherrennen müssen. Sie sind ein Prüfstein in der Medienlandschaft, an dem sich Meldungen aus dem Internet messen lassen, sie helfen einseitige oder falsche Nachrichten zu entlarven – egal ob sie von extremen politischen Rändern kommen oder von einem Regierungssprecher als «alternative Fakten» präsentiert werden. Schliesslich garantieren unabhängige Medien auch, dass gesellschaftlich relevante Themen nicht untergehen. Jeder von uns kann solche Medien stärken, indem er sie nutzt und finanziell unterstützt.

Detlef Kissner

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